Der Arbeitsplatz, Bild von Flickr-User maiak.info

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Update: Gerade entsteht eine Artikelserie zum Thema Arbeiten von zu Hause. Einige Artikel sind schon erschienen. Andere kommen noch. Wer mehr zu diesem Thema erfahren will: hier geht’s zur Artikelserie.

Sehr oft höre ich die Worte: “Wie kannst Du nur von zu Hause arbeiten?”. Viele sagen, dass es gar nicht funktioniert, sie selber es gar nicht könnten und man sowieso nur gestört wird. Von zu Hause aus arbeiten können ohnehin nur die wenigsten (allen voran die Freiberufler und Selbständigen) und vor allem die Leute, die nicht sehr sozial sind (!). Stimmt das wirklich?

Die Vorstellung des eigenen Büros zu Hause

Die Vorstellung davon, dass man überhaupt von zu Hause arbeiten kann, kommt vielen erst gar nicht in den Sinn. Die überwiegende Anzahl der Arbeitnehmer da draußen haben sich in der Regel nie überlegt wieso sie einen Arbeitsplatz im Büro haben und nehmen (wie so vieles) einfach hin, wie es ist. Genauso wie die Frage, warum man eigentlich genau 8 Stunden pro Tag arbeiten muss.

Zu allererst sollte man sich überlegen, warum man von zu Hause aus arbeiten will. Für mich (persönlich) bieten sich einige Vorteile:

  • Man kann sich seine Zeit (meist) frei einteilen. Wenn ich um 10 Uhr vormittags aufstehe, juckt das keinen. Generell kann man seine Arbeitszeiten sehr flexibel legen.
  • In Verbindung einer Selbständigkeit kann man viel schneller auf die Umgebung reagieren. Wie oft muss man seine Arbeit erst vom Chef-Chef-Chef absegnen lassen um z.B. endlich durchstarten zu können?
  • Büroräume/-kosten sind steuerlich absetzbar.
  • Man ist immer in der Nähe der Familie (sehr cool, wenn man Kleinkinder hat).
  • Man ist ungestört und arbeitet sehr sehr viel effizienter.

Natürlich muss man sich auch über die Nachteile klar sein:

  • Man wird sehr schnell verleitet, gar nichts zu tun.
  • Man wird womöglich faul und ineffizient.

Man sollte sich schon klar machen, dass man sein eigener Chef zu Hause ist. Ich lege mir gerne eine Zeitspanne fest in der ich effizient arbeiten kann, was nicht immer sehr leicht ist, weil ich [bin leider ein Workaholic] ständig irgend etwas arbeiten muss. Ein innerlicher Drang eben. Sogar abends beim Fernsehen liegt Stift und Block immer bereit. Vorsorge für die Werbung quasi :-)

1. Wie man am besten anfängt

Wie bereits angesprochen haben sich die meisten noch nie wirklich überlegt, wie man zu Hause selbst durchstarten könnte. Die größte Miesere, dass uns glaubhaft gemacht wird, dass alles möglichst immer schnell gehen muss. Glauben Sie mir: es ist nicht so, wie viele sagen! Selbständig zu sein und zu Hause zu arbeiten muss man genauso lernen wie “auswärts” – also in einem Büro – zu arbeiten.
Viele Blogger im Internet schreiben Ihre Blogeinträge nur noch aus Internetcafés. Sie finden das man dort nicht arbeiten kann, dass es zu laut sei oder ähnliches? Probieren Sie’s mal aus! Wie alles, kann man auch Lernen im Café zu schreiben. Und man arbeitet plötzlich auch viel effizienter. Man schafft teilweise das doppelte oder dreifache in der gleichen Zeit.

Aus diesem künstlichen Zeitdruck, in dem wir leben, glauben viele Leute, ein Entrepreneur zu werden und eine Idee umzusetzen muss von heute auf morgen passieren. Das ginge aber nicht, weil die Zeit fehle. Noch dazu kommt: z.B. als Freiberufler zu arbeiten sei obendrein noch ziemlich risikoreich und man habe kein geregeltes Einkommen.

2. Arbeiten von zu Hause ist langweilig

Vor allem, wenn man in eine Nische geht kann es natürlich dazu kommen: die Arbeit wird langweilig und ist immer das selbe. Genau das ist das Ziel, welches ich nie erreichen will. Die eigene Arbeit muss Spaß machen. Und das macht sie bekanntlich nur ein paar Monate oder vielleicht noch ein paar Jahre. Danach ist die Idee irgendwie ausgelutscht oder aber (für Sie) trostlos.

Aber auch hier gibt es Hilfe und Auswege. Machen Sie’s z.B. wie Tim Ferriss und outsourcen Sie alle Tätigkeiten Ihrer Firma und suchen Sie sich – mit der so neu gewonnenen Zeit – eine neue Aufgabe. Oder Verkaufen Sie Ihre Firma. Viele Unternehmer sind bereit, viel Geld für Ihre Kundschaft oder Ihr Know-How zu bezahlen.

Ich stelle mir immer wieder vor: wie würde mein Leben aussehen, wenn ich ständig als Angestellter, Tag ein, Tag aus, am selben Arbeitsplatz arbeiten würde? Ich denke, dann wäre ich bereits mit 30 Jahren psychologisch tot. Denn einen Ausweg gibt es in meinen Augen nicht, wenn man in einer Firma arbeitet. Vielleicht bekommt man eine höhere Position, aber mit der wachsenden Verantwortung steigen auch die Arbeitsstunden und sie haben mehr verloren als Sie am Anfang hatten. Ein Teufelskreis.

3. Beobachten, Lernen Wachsen

Im Artikel 6 Buchtipps für Entrepreneure steht genau das, was auch in diesem Beitrag wichtig ist: Sie – ja genau Sie – sind dazu Fähig ein Entrepreneur zu werden. Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie Ihre eigene Steuererklärung schreiben oder das Sie gar alles selbst machen. Immerhin gibt es für alles einen Profi. Denken Sie an die Zukunft: wenn Sie es meistern und den ersten Schritt wagen (das Umsetzen Ihrer Idee) haben Sie schon etwas gelernt: nämlich wie ein Unternehmer zu denken.

Viele weitere Fertigkeiten werden hinzukommen: Die Beobachtungsgabe, was andere Unternehmer wann machen. Sie werden daraus vieles Lernen: Dinge, die Sie selbst anwenden können. Ein Unternehmer ist nicht vom Himmel gefallen oder gar hinein geboren worden. Im Gegenteil: alle mussten es sich erarbeiten aber was viel besser ist: sie mussten sich einfach nur trauen den ersten Schritt zu tun, also ganz einfach: wachsen. In nichtmal ein oder zwei Jahren werden Sie an die heutige Zeit zurückdenken und werden feststellen, dass Sie genau das was Ihr Chef jetzt kann, Sie auch gelernt haben und vielleicht noch viel besser darin geworden sind als Ihr derzeitiger Chef es jetzt ist.

Denken Sie daran, wie es ist, immer wieder – und jeden Tag – auf’s neue aufzustehen, in die Arbeit zu gehen, bloß um spät am Abend nach Hause zu kommen und Ihrer Frau (oder Ihrem Mann) zu erzählen, dass vieles schief gelaufen ist und das die Arbeit keinen Spaß macht. Sie haben die Macht! Im wahrsten Sinne des Wortes: es liegt in Ihren Händen, wie Ihr Leben verlaufen soll.

Wenn Sie Glück haben Mit Sicherheit landen Sie in nicht allzu kurzer Zeit auf Bali und schreiben von dort einen netten Blogbeitrag :-)


5 Kommentare

  1. Schöner Post.
    Das mit den Kleinkindern stimmt zwar in gewisser Weise, aber leider kann man sich auch nicht so viel Zeit nehmen, denn sonst leidet eben die Arbeit.
    Nebenbei du hast doch eine AG oder?
    Was produzierst du denn bzw. in welchem Sektor arbeitest du?

    • Hallo Elmo,
      das stimmt allerdings. Ich hab zwar selbst (noch) keine Kinder und wahrscheinlich muss das auch noch ein wenig warten, aber trotzdem stell ich mir das schwierig vor. Nichts desto trotz ist es möglich eine gute Balance zwischen Arbeit und Familie zu finden. Immerhin arbeiten Entrepreneure auch schonmal aus dem Café und schaffen somit ihren eigenen “Ruheraum” um sich herum :-)

      Ich habe eine OHG angemeldet. Meine Geschäftsidee wird aber noch nicht verraten. Dazu kommt demnächst ein gesonderter Blogpost. Also: bitte noch ein wenig Geduld :-)

  2. Tom Glasauer

    Also bei mir ist das Problem eher, dass ich zuhause zu viel esse ;-) Das Büro direkt neben dem Kühlschrank ist zu verführerisch. Wenn ich im Büro arbeite, ernähre ich mich gesünder und regelmäßig. Daheim gehe ich zum Kühlschrank, sobald sich der kleine Hunger regt.

    • Haha, genial! :-) Da sieht man mal wieder wie anders jeder Einzelne von uns doch ist. Ich hab mir ehrlich gesagt noch nie wirklich Gedanken über meine Essensgewohnheiten beim Arbeiten gemacht aber ich glaube, ich ernähre mich zu Hause doch gesünder. Der Druck, dass man nur noch 5 Minuten Pause hat, ist zu Hause doch deutlich geringer. Das einzige, was mir jetzt einfallen würde ist die Bewegung: wenn man den ganzen Tag zu Hause rumhängt hält man sich gemeinhin doch nicht so fit. Und wenn der Kühlschrank dann – wie bei dir – auch noch in der Nähe steht.. uh, ich ahne böses :-)

      Da macht es Sinn, wie Martina unten schreibt: am besten den Termin mit dem Kunden ins Café verlagern :-)

  3. Ja, wieder ein schöner Beitrag!
    Ich arbeite seit 3 Jahren selbständig von zu Hause aus und es klappt wunderbar! Kunden treffe ich dann schon auch mal in der Stadtbücherei oder einem Cafe, möglichst mit Hotspot, da ich auch kein eigenes Arbeitszimmer habe… :-)

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