Spaß in der Arbeit? So pisst uns die Arbeit manchmal an…

Zu aller erst: Nachfolgender Text stammt nicht von mir. Er stammt von einen Freund, dessen Vater vor nicht all zu langer Zeit leider verstorben ist. Nicht selten nimmt man solche Anlässe um über sich und sein Leben nach zu denken. Dabei kam folgender Text heraus, den er an mich schrieb. (Da er und das Unternehmen in dem er arbeitet nicht genannt werden will, respektiere ich diesen Wunsch natürlich und verwischte die Spuren sozusagen :-) ).

Viel Spaß beim lesen! :-)

Macht eure Arbeit Spaß? Foto: Flickr-User Ernst Moeksis

Macht eure Arbeit Spaß? Foto: Flickr-User Ernst Moeksis

Was hat es in mir geändert? [Der Tod seines Vaters]

Mein Papa hat seinen Job echt geliebt. Der ist jeden Montag mit einem Lächeln in den Außendienst gefahren. Wenn der nicht seine Arbeit gehabt hat, war er nicht glücklich. Das hat mich ein wenig nachdenken lassen. Eigentlich bin ich nicht glücklich in meinem Job. Chef ist Choleriker. Und eigentlich mühe ich mich jeden Morgen ab, um in die Arbeit zu kommen.
Das kanns nicht sein.
Auch die ganzen Kleinkriege in der Arbeit und wie sich manche Kollegen einfach nur auf Kosten anderer profilieren. Jeder sucht nur seinen eigenen Vorteil. Schlimm. Das mag jetzt verallgemeinert klingen, aber meine Berufserfahrung deckt sich damit. Zumindest im Groben. ;)
Wie kann man glücklich sein, wenn der eigene Chef einen und seine Mitarbeiter tlw. entwürdigend behandelt? Bei XXXX schwingt in jedem Satz Sarkasmus und Ironie mit. Zumindest vom Geschäftsführer aus. So kann man Mitarbeiter nicht motivieren, Höchstleistungen zu bringen.
Geht man so zufrieden in die Arbeit? Ist man als Arbeitnehmer motiviert?
Nein. Ich zumindest nicht.
Für mich sind das Gründe, mich NICHT mit dem Unternehmen zu identifizieren.

Ich kann noch nicht genau sagen, was sich exakt geändert hat seit dem Tod meines Vaters. Dafür ist das Thema wohl noch zu frisch.
Aber ich kann sagen, dass ich versuche, die Dinge gelassener zu sehen und anzugehen. Das ich viele Punkte aus dem Leben einfach mit einem Lächeln sehe, weil sie total unwichtig sind:
Meetings, Reports, Anfeindungen…ist doch alles nicht wirklich wichtig.

Wenn man sich das “Theater Mensch” mal ansieht, dann gehen wir Mo – Fr von 8 – 18 Uhr in die Arbeit. Stunde Mittagspause dazwischen.
Aber was bleibt denn wirklich übrig? Was hinterlässt man denn? Im Allgemeinen nicht wirklich was von Bedeutung. Zumindest als Arbeitnehmer.
Momentan kann ich ganz offen sagen, dass ich jeden Monat in die Arbeit gehe, damit ich nächsten Monat wieder in die Arbeit gehen kann. Ich hab Haus, Garten, Grundstück, Kredit. Am Ende des Monats bleibt was übrig, aber wie gesagt, nur soviel, damit man nächsten Monat wieder arbeiten geht.

Ich hab mir gestern den Film “Inside Job” angesehen. Die Hintergründe zum Finanzcrash.
Schaut euch den unbedingt an.
Es grenzt an Perversität, was da bei Investmentbanken abgeht. Unglaublich.
Das ganze System krankt und es ist ein Wunder, dass die Welt sich weiterbewegt.
Im Prinzip sind wir doch alle “Sklaven”. Das ganze Geldsystem basiert darauf, dass 1% der Bevölkerung 99% des Geldes in Besitz haben. Und 99% der Bevölkerung arbeitet für deren Reichtum. Erinnert an den Bau der Pyramiden. ;)

Steve Jobs sagte “Schau morgens in den Spiegel und frage dich: Wenn du heute sterben würdest, wärst du glücklich mit dem, was du machst? Und wenn die Antwort darauf Nein ist, dann ändere etwas.”
Das ist mir sehr im Hinterkopf geblieben.

Ich möchte eigentlich, genau wie mein Vater, jeden morgen glücklich zur Arbeit gehen. Nach Möglichkeit in eine Arbeit, die ich selbst lenken und steuern kann als Entrepreneur.

Für mich ist die Selbstbestimmung der ausschlaggebende Grund, warum ich mein Unternehmen aufbaue. Ich möchte selbst bestimmen, wie wo und wann ich arbeite. Und für wen. Und für wen nicht.
Und ich möchte etwas von Wert schaffen. Als Arbeitnehmer habe ich dazu keine Möglichkeit.

Ich hoffe, das war einigermaßen einleuchtend und ich konnte meine Gedanke ein wenig sortieren. ;)

Noch ist der Gedankenprozess nicht zu Ende. Aber es ist ein guter Anfang gemacht.

Was denk ihr? Was ist eure Meinung, eure Einstellung zur eigentlichen Arbeit?


6 Kommentare

  1. Ich bin auch für mehr Selbstbestimmung und weniger Selbstausbeutung. Wie Timothy Ferris es doch in der 4SW sagt, wird sich der Wert unseres Geldes erhöhen, je mehr W’s wir kontrollieren. (Wann wir arbeiten, mit wem wir arbeiten, wie wir arbeiten, wo wir arbeiten und auch was wir tun.)

    Der Autor sollte sich ruhig die Zeit nehmen und mehr das System überdenken in dem wir alle wie Hamster mitlaufen.

  2. Wow, das ist fast ein wenig unheimlich. Oder nein, eigentlich ist es beruhigend, dass Andere nahezu die gleichen Gedankengänge durchlaufen: mein Vater ist ebenfalls dieses Jahr verstorben, und nachdem ich eine ganze Weile mit mir und der Welt gehadert habe (vergleichbar dazu, was der Autor oben beschreibt), habe ich nun den Entschluss gefaßt, meinen beruflichen Werdegang selbst in die Hand zu nehmen, selbst zu entscheiden und mich selbstständig zu machen. Und ich weiss, dass mein Vater wirklich stolz auf mich wäre.
    Vielen Dank für diesen Artikel!

  3. UkraineLera

    Den Hobby zum Beruf machen…endlich das Ausführen, was einem Spaß macht, endlich nie wieder ins öde Büro gehen und sich vom Chef schikanieren lassen…endlich soviel verdienen, wieviel man leistet+verdient…

    Ein Traum? Den meißten Menschen fehlt der Mut, das Geld, die Unterstützung der Angehörigen+Freunden usw.

    Aber wäre es nicht besser, wenn jeder SEINER Berufung nachgeht?
    Du kannst etwas gut und es bereitet dir Freude, Erfüllung und einen Sinn?
    Dann tue es… jetzt!

    Würde dies der Wirtschaft, der Gesellschaft, dem ganzen Zusammenleben nicht gut tun? Wenn jeder morgens aufsteht und dem nachgeht, was ihm gefällt.
    Alle wären doch glücklich, oder? :D

    • Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn jeder Mensch einer Arbeit nachgehen würde, die seinen natürlichen Stärken entspricht…genau das Thema meines Blogs: http://www.freilaufmenschen.com

      Es lohnt sich immer, etwas zu unternehmen um im Alltag glücklicher zu sein und nicht mit dem Leben auf die Rente zu warten.

      Auch von Steve Jobbs: Höre nie auf, zu suchen. Bis Du es gefunden hast, egal wie lange es dauert!

      • Servus Andrea. Wollte gerade auf deiner Website vorbeischauen, konnte sie aber leider nicht öffnen, wegen eines PHP-Fehlers.

        Ansonsten stimmt das natürlich, dass jeder das tun sollte, was er gerne tun möchte. Anders herum kann es auch nur funktionieren, wenn man einigen Menschen sagt, was sie tun sollen :-) Immerhin mögen einige das sogar :-) Aber für mich (und wahrscheinlich für dich auch) ist das wohl eher nichts :-)

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