In meinen Beitrag Die 8-Stunden-Lüge habe ich schon darüber philosophiert und die Frage gestellt: “Wer sagt, dass man 8 Stunden pro Tag, 5 Tage in der Woche arbeiten muss?”

Florian ganz er selbst…

Ich war selbst 9 Jahre nebenbei selbstständig. Ich fing bereits mit 16 Jahren an zu programmieren und Websites aufzubauen. Ich arbeitet und lernte also jeden Tag 8 Stunden (oft auch länger), kam dann nach Hause und arbeitete im Büro wieder bis tief in die Nacht. Zu Hause arbeiten macht zwar Spaß, aber wenn man morgens um 7 Uhr wieder auf die Baustelle muss? Warum arbeitete ich nebenbei noch mehr? Ich glaube, da gibt’s eine ganz einfache Antwort: weil es mir Spaß machte. Ich hatte die Arbeit gefunden, die mir Freude bereitete. Natürlich war es irgendwo auch ein Reiz mit 16 Jahren schon selbstständig zu sein.

Nach einem Jahr Lehrzeit konnte ich bereits alles was man bei einer Ausbildung als Elektroinstallateur wissen musste: ich installierte komplette Häuser, Wohnungen, etc. fix und fertig selbst. Ich konnte nicht mehr viel dazu lernen. Ich musste aber abwarten, bis ich die dreieinhalb Jahre vorbei waren (wie sich später herausstellte, konnte ich wegen guter Leistungen um ein halbes Jahr verkürzen). Was hätte ich in den folgenden zwei Jahren wohl noch alles machen können?

Flo beim stämmen (als Elektriker)

Flo beim stämmen (als Elektriker)

Als Elektroinstallateur macht man zwangsläufig (wie in vielen Berufen) immer das selbe. Es ist logisch, dass mich das nicht wirklich forderte und irgendwann uninteressant wurde: ich wollte mehr.
Da ich “nur” einen Hauptschulabschluss hatte musste ich die Berufsoberschule besuchen. Ich holte die Mittlere Reife und das Fachabitur nach. Super! Jetzt, nach 4 Jahren würde es endlich weiter gehen: denkste! Dann kam der Staat daher. Irgendwann flatterte ein schöner Brief bei mir ins Haus in dem stand ganz Groß: Musterung. Anschließend musste ich den Zivildienst ableisten.

Da war ich nun: 3 Jahre Berufsausbildung, 2 Jahre BOS und 1 Jahr Zivildienst. Hätte ich doch damals schon mehr Bücher gelesen….

Es musste also so kommen: ich konnte endlich studieren. Da ich ja schon ständig programmierte und von E-Technik irgendwie Ahnung hatte, schrieb ich mich zum Studiengang Medientechnik ein. Wieder knapp 3 Jahre ereignislose Jahre (bis auf den Punkt, dass ich Meli kennen lernte) mussten vergehen und ich landete mit meiner Freundin in Australien.

Mit 24 Jahren stand ich also da: das erste mal in meinem Leben breitete sich das Meer vor meiner Nase aus. Und nicht nur das: gleich der Pazifik musste es sein! Und in diesem Augenblick habe ich gemerkt: 25 Jahre lange hast du das alles verpasst!

Workaholic 1.0

In Australien mussten wir uns für das nächste Semester online bewerben (das Praktikumssemester stand vor der Tür). Ich führte so einige Bewerbungsgespräche nicht mehr als 20m vom Meer entfernt (ohja, das geht). Zurück in Deutschland fing es dann an: Praktikum bei einem großen Autohersteller in Ingolstadt. Toll oder? Nein! War es ganz und gar nicht. Ich fand es ziemlich uncool, weshalb ich nach einer Woche kündigte. Jetzt saß ich da: in einer Wohnung weit weg von der Familie, ohne Internet, ohne Buch… einzig der Fernseher und meine Skates waren die Ausrüstung die ich hatte. Am ersten Tag fand ich das noch ziemlich toll: zwei Wochen frei. Nix tun! Yeah! Aber bereits nach zwei Tagen fing es an: die Langeweile kam auf. Ich – derjenige, der ständig nur am Arbeiten war – sollte jetzt einfach nichts tun?

Einziger Ausweg: ich lese ein Buch und hoffe, es reißt mich so brutal in dessen Bann, dass ich die Zeit um mich total vergesse. Und da lag es dann vor mir: Die 4 Stunden Woche von Tim Ferriss. Er schrieb: “vier Stunden in der Woche arbeiten, im Monat aber mehr verdienen als andere Menschen im ganzen Jahr!” – Geht nicht, dachte ich mir. Aber gekauft hab ich’s mir trotzdem. Und gelesen auch: Seitdem hat sich mein Leben komplett geändert.

Glauben Sie, dass jeder Mensch eine Bestimmung hat? Ich glaube es jetzt. Das alles musste passieren, dass ich dieses Buch (und daraufhin noch viele mehr) lesen und einiges lernen musste.

Diese Bücher sollten Antworten auf die Fragen liefern, die ich mir im tiefsten Inneren eigentlich schon immer stellte:

  • Warum arbeite ich so viel? Welchen Sinn hat das?
  • Wo bleibt der Spaß?
  • Warum arbeiten wir 8 Stunden am Tag?
  • Wie werde ich Reich? Reich an Zeit, oder Reich an Geld, je nachdem, wie man es definieren will.
  • Wie arbeite ich effizient? Was muss ich dafür tun?

Ich sage Ihnen: das alles ist kein Zauber, keine Sekte oder ähnliches. Es funktioniert einfach. Und ich finde es komisch, dass es nicht noch mehr Anhänger gibt.

Meines Erachtens liegt das aber am deutschen Sozialstaat: die Menschen in den USA oder anderen Teilen der Erde sind viel kreativer und gehen ganz anders mit ihrem Leben (und der Arbeit) um. Der Grund: sie haben kein soziales Netz, dass sie auffängt. Der Deutsche ist ein Existenzgründermuffel kann man schon fast sagen. Viele Studien beweisen das. Im Internet findet man haufenweise Meinungen zu diesem Thema. Die meisten laufen auf das selbe hinaus: man wird mit der Meinung erzogen, doch einen anständigen Beruf zu erlernen. Man wird, aus der Erziehung heraus, faktisch gezwungen etwas zu tun, was man eventuell gar nicht will. Man bekommt etwas vor die Nase gesetzt. Alle jungen Leute, die gerade aus der Schule kommen, haben schon Angst überhaupt was zu finden, geschweige denn, das zu finden, was ihnen Spaß macht. Angst vor zu schlechten Noten kommt dann noch hinzu, obwohl das häufig gar nichts über dessen Kenntnisse aussagt.

Ich entscheide mich deshalb ins Entrepreneurship einzusteigen. Kreativ 2.0 – Lesen Sie weiter


5 Kommentare

  1. Markus Wuethrich

    Das sind sehr gute Gedanken und Schlussfolgerungen. Wir sind alle im Hamsterrad der genormten Gesellschaft. Ich selbst bin jetzt viele Jahre wie ein Irrer in der Welt rumgesprungen und habe Projekte gemacht (SAP). Nun habe ich festgestellt, dass die Zeit einfach so vergeht ohne den wirklichen Zielen näher zu kommen und reich geworden bin ich mit diesem Gehetze auch nicht.
    Da ist manchmal ein Buch als Initialzündung ganz sinnvoll. Ich selbst habe den Millionärsreport gelesen und bin fast vom Hocker gefallen. Ich werde auch mein Leben stark umkrempeln.
    Viele Grüsse
    Markus

    • Hallo Markus und vielen Dank für deinen Kommentar. Ich höre solche Dinge in letzter Zeit ziemlich oft und ich hoffe – nein besser: ich glaube fest daran – dass sich was ändern kann, wenn man nur will! :-)
      Viel Glück bei deinem Vorhaben.

  2. Workaholic

    Freaks!

  3. Hallo Flo, ich finds toll, dass du über den Tellerrand schaust und dir über mehr als nur die nächste Mahlzeit gedanken machst.
    Aber irgendwie fehlen mir die eigenen Vorschläge wie du dem ganzen entgegen wirkst.
    Da würde ich mich über ein paar konkrete alternativ Vorschläge freuen.
    Ich wollt noch irgendwas schreiben, kann mich aber leider gerade nicht mehr darauf konzentrieren. Ich versuchs morgen nochmal.
    Sonst. Weitermachen!!!!!! Bitte. Auch wenn ich net alles unterschreiben würde.
    Gruß

    • Servus Peter und merci für deinen Beitrag und deine Anregungen :-) Ich habe auch schon einige Beiträge in Petto die ich aber erst später veröffentlichen werde… Bei einem Buch fängt man ja auch nicht von hinten an zu schreiben :-)

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