Reich durch Spezialisierung – 4 Grundgedanken

Piccolo Caffe Latte

Piccolo Caffe Latte von avlxyz (Flickr)

Immer wieder finde ich sie toll, die Sendung “Die Auswanderer” welche einmal wöchentlich auf VOX läuft. Nicht immer ist es interessant, doch manchmal kann man einiges davon lernen.

Erstaunlich finde ich ja, dass in fast jeder Sendung irgend jemand versuchen will, ein Restaurant im Ausland zu eröffnen. Dabei sprechen die Auswanderer nicht einmal richtig die Sprache der einheimischen. Ich frage mich: warum tun die das? Ich glaube, es ist allgemein bekannt, dass ein Restaurant zu eröffnen wirklich nicht das leichteste ist. Man braucht schon das gewisse Etwas um darin erfolgreich zu werden… oder aber auch den richtigen Ort mit viel Laufkundschaft :-)

Die Idee = Restaurant = Immer richtig?

Wie auch immer. Die “Aussiedler”, die in Deutschland teilweise hoch bezahlte Jobs haben, wären hierzulande niemals auf die Idee gekommen, ein Lokal zu eröffnen. In der neuen Heimat angekommen stehen sie plötzlich vor ganz anderen Herausforderungen:

  1. Wir sind jetzt im Ausland. Die Motivation ist hoch! Sehr hoch!
  2. Uups. Die sprechen ja alle ganz anders.
  3. Ich hatte spanisch im Gymnasium aber irgendwie verstehe ich das hier nicht.
  4. Mein Lokal wird einschlagen wie eine Bombe.
  5. Die Gepflogenheiten und die Mentalität der Leute ist ja ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe.

Anschließend machen sie ein paar Dinge grundlegend falsch. Natürlich muss man auch bei diesem Schritt wohl überlegt handeln.

  • Warum glauben die Leute, dass ein Lokal im Ausland besser läuft als eines in Deutschland? In DE kennt man zumindest die Rechtslagen und die Mentalität. Im Ausland meist nicht. Wie sieht’s mit den Steuern aus? Wer macht das für mich? Darüber sind sie sich von Anfang an eigentlich nicht wirklich sicher, trotzdem ziehen sie einfach weg.
  • Lokale, Restaurants, Gaststätten gibt’s in Urlaubsländern wie Sand am Meer. Warum sollen die Leute ausgerechnet zu mir kommen?
  • Sie müssen Miete, Strom, etc. bezahlen. Nicht nur für den Laden sondern auch für die eigene Wohnung.

Wie geht man also als Entrepreneur an eine solche Sache ran? Natürlich ist es toll im Ausland zu arbeiten. Dort, wo andere Urlaub machen, finden’s die Deutschen ja besonders schön. Man muss sich also klar machen: was lockt die Leute an, was kann ich anders machen und was löst ein bestimmtes Problem?

Unternehmen müssen Probleme lösen können

Genau das trifft es auf den Punkt. Die meisten Unternehmen versuchen irgend etwas zu verkaufen, möglichst viel Umsatz zu machen. Tatsächlich sollte ein Unternehmen sich aber darauf fokussieren ein Problem zu lösen.

Da draußen gibt es abermillionen ungelöste Probleme: Finden und lösen Sie sie! Der Erfolg kommt komischerweise ganz von allein. Tatsächlich?

Ja. In Ihrem Buch Erfolgreich durch Spezialisierung beschreibt Kerstin Friedrich zahlreiche Firmen, die eine Nische besetzen aber unglaublich erfolgreich sind. Sie nennt diesen die “Hidden Champions“, was auch ganz gut passt, wie ich finde. Darunter eine Firma, die für die Flugzeugindustrie Nieten herstellt. Das krasse: Name: Brötje Automation, Sitz in Deutschland, nur 200 Angestellte, Weltmarktführer! Nachzulesen auf Google Books.

Hier haben wir eine Eigenschaft eines Entrepreneurs: Sie müssen

  1. nachdenken!
  2. Und natürlich anders denken!

Bei einem Restaurant stellt man sich also eher die Frage: Wie löse ich das Problem des Hungers beim Kunden? Wie lösen Sie das Problem, dass der Kunde genau Sie findet? Und so weiter…

Sie können natürlich auch in eine Nische gehen. Haben Sie schon mal ein multi-kulti-Restaurant gesehen? Dort wo man gleichzeitig chinesisch, thailändisch, griechisch, bayerisch und italienisch Essen kann, findet man wohl eher weniger Gäste. Warum? Weil man nur dem Spezialisten vertraut. Wenn Sie griechisch Essen wollen, dann gehen Sie zum Griechen. Und nicht einem Mix-dir-etwas-Restaurant.

Wie wär’s, wenn Sie berührungsempfindliche Monitore (iPads z.B. ;-) ) in die Tische lassen. Ihre Kunden könnten dort nicht nur ihr Essen direkt ansehen sondern auch bestellen, bewerten etc. Das hat mehrere Vorteile:

  • Sie brauchen nicht mehr so viel Erfahrung in der jeweiligen Landessprache haben
  • Sie sparen sich die Aufnahme der Bestellung und
  • Ihre Kunden könnten Sie bewerten, was Ihren Service nur besser machen kann (natürlich nur, wenn Sie drauf eingehen wollen).

‘s Baggers hat so ein ähnliches System. Schauen Sie mal vorbei.

Diversifikation von Nischen

Kennen Sie Konny Raimann? Bestimmt schon gehört, falls nicht: surfen Sie mal auf seiner Website Konny-Island.com vorbei. Dort werden Sie merken, dass er nicht nur das macht, was er am besten kann: Autos und Busse kaufen sowie Häuser bauen, sondern das er anfängt wie ein Entrepreneur zu werden und zu denken. Er hat aus seiner Situation viel gemacht. Einst wurde er nur vom Kamerateam von VOX verfolgt. Nun ist er der berühmteste deutsche Auswanderer überhaupt. Konny hat nicht nur sein eigenes Buch geschrieben, was sich natürlich bestens verkauft, sondern seine eigene BBQ-Sauce erfunden. Das hört sich total komisch aber genauso banal einfach an. Es bereitet Ihm ein Leben, wie andere sich es nur träumen. Unglaublich, oder?

Sie können das auch! Strengen Sie sich ein wenig an und werden Sie kreativ.

Nischen versprechen automatisch Erfolg!

Aber nicht nur das! Wenn Sie anfangen, Probleme für Ihre Kunden zu lösen anstatt so viel Geld wie möglich von ihm zu kassieren werden Sie schon nach dem ersten Auftrag merken:

    1. Sie werden glücklicher :-)
    2. Sie sind entspannter :-)
    3. Sie haben genau das getan, was der Kunde wollte: sein Problem gelöst :-)
    4. Der Kunde ist total zufrieden, weil Sie genau das getan haben, was er wollte :-)
    5. Der Kunde ist zahlungsbereiter als vorher, weil ihm perfekt geholfen wurde :-)
    6. Der Kunde empfiehlt sie weiter: virales Marketing ist unschlagbar gut. :-)
    7. Das schafft neue Kunden die wiederum zufrieden sind :-)

      Ich find’s schön. Würden mehr Leute so denken wie Konny wär die Welt um ein Stückchen reicher… und Sie und Ihr Geldbeutel sowieso :-)


      2 Kommentare

      1. Ich schau Die Auswanderer auch ganz gern und natürlich bevorzugt die Storys wo sich die Leute irgendein Unternehmen aufbauen. VOX sucht da natürlich immer die schlimmsten Fälle raus. Viele Leute scheinen irgendwie ziemlich unkreativ zu sein. Warum muss es immer ein Restaurant sein? Fast nirgendwo ist die Konkurrenz so hart wie in der Gastronomie. Und die Arbeit sieht immer verdammt stressig aus.

        Aber ich denke mit unserer “digitalen Generation” wird sich das bestimmt nach und nach ändern. Durch das Internet eröffnen sich plötzlich hundertausende neuer Nischen, die alle drauf warten bedient zu werden. Und eine Website ist im Normalfalle auch billiger und schneller aufgesetzt als ein komplettes Restaurant.

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