Ist meine Geschäftsidee gut oder nicht? 4 Schritte zur eigenen Geschäftsidee

Gut und Böse von Flickr-User: erix!

Gut und Böse von Flickr-User: erix!

Diese Frage stellt sich wohl jeder, der versucht, sich Selbständig zu machen oder wie ich – ein Entrepreneur werden will:

Ist meine es Geschäftsidee überhaupt wert, weiter verfolgt zu werden?

In Zeiten, in denen wir alles haben und fast kein Produkt mehr “gebraucht” wird, fragt man sich auch oft privat: “brauch ich dies oder jenes überhaupt?” – Ich habe das schon einmal geschrieben. In Zeiten von Kriegen oder genauer: nach den Kriegen gab es viel Arbeit und viele Produkte. Warum? Es wurde alles gebraucht. Der Aufschwung war zurückgekehrt und schließlich wurde auch viel gekauft.

Also, ich will nicht ausdrücken, dass ich ein Kriegsbefürworter bin… oh mein Gott, nein! Ich finde es sogar super, dass es keine mehr gibt (was zumindest in unseren Breitengraden so ist).

Das tolle an den “krieglosen Tagen” ist: man muss ein bisschen besser nachdenken über das, was man machen will. – Mich erreichen ständig Mails, die aussagen, dass man die “Schnauze voll” hat von “immer das gleiche machen”. Viele wollen einfach Selbständig sein, selbständig arbeiten und natürlich selbst für ihr Einkommen verantwortlich sein. Kurz: ein Entrepreneur werden. Mit eigenem Lifestyle-Design!

1. Die Idee finden

Ideen, die wenig Geld kosten sind oft die besten. Denken Sie einfach daran, dass z.B. OLED-Displays (das sind Displays, die sich wie Folien biegen lassen) von Leuten im Fraunhofer-Institut erfunden und verarbeitet. Das ganze Zeug und die Erforschung kostet saumäßig viel Geld. Damit kann ein normaler “Arbeiter” der am Anfang seiner Selbständigkeit steht, wenig anfangen. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Cornelius Büchner, seines Zeichens Chefredakteur der Zeitschrift starting up, schrieb in seiner letzten Ausgabe (Sept/Okt/Nov 10) im Editorial, dass es ist gar nicht so leicht ist, Startkapital von den Banken zu bekommen. Sein Tipp am Ende: “Arbeite so, dass es aus eigenen Mitteln reichen muss!”.

2. Versuchen, eine Nische zu belegen

Viele Gründer (vor allem die aus den USA) und auch ich selbst bin davon überzeugt: man muss eine Nische belegen. Man überlegt sich, was man am besten kann und tut das. Das klingt einfach, aber das ist es nicht. Man fängt an sich selbst zu fragen: “ist dies oder das denn eine Nische”?

Gutes altes Beispiel: Googlen Sie mal, wie viele Friseusen es in ihrer nächsten Stadt gibt. Am besten Sie öffnen dazu Google Maps. Hier ein Beispiel von München. – Krass, oder?

Wenn Sie ein Frisör sind: spezialisieren Sie sich auf Hunde, auf Kahlköpfige (!), auf Stars aus der Rockszene, auf Reiche, auf …. – Das ist schwer? Natürlich. Es ist immer leichter sich bei den “anderen” einzureihen als selbst eine Idee zu haben. Das ist es ja gerade. Nur so werden Sie aber auch erfolgreich, weil es sonst niemand anderen auf dem Gebiet gibt.

3. Idee testen

Jetzt ist die Idee geboren

  • man weiß was man selbst kann,
  • (zu was man fähig ist) und
  • man weiß, das man dass professionell betreiben will

Jetzt sucht man nach einer Zielgruppe, die gewillt ist, Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt zu bezahlen. Hier gibt es auch einen wichtigen Punkt: viele Leute wissen noch gar nicht, dass Sie das Produkt / die Dienstleistung überhaupt brauchen. Denken Sie nach: damals brauchte auch niemand einen Staubsauger. Plötzlich war er da und jeder wollte einen!

Nichts desto trotz: das Internet ist die größte Gemeinschaft, die es gibt. Alle möglichen Leute treffen sich dort. Gehen Sie hin und fragen sie diese Leute da, wo sie selbst sind: in Blogs, in Foren, bei Facebook, bei Twitter, etc.

Wen Sie nicht fragen sollen, ob die Idee gut ist:

  • ihre Eltern,
  • ihre Freundin/ihren Freund,
  • irgendwelche Bekannte,
  • Ihren Chef,
  • Ihre Bekannten.

Warum? Weil die vielleicht überhaupt keinen Sinn für das haben, was Sie machen wollen. Oder aber: Ihre Bekannten sagen: “ja cool”, weil Sie nicht “nein” sagen können.

4. Einfach tun

Der letzte Schritt: einfach tun (Just do it!). Sie wissen, die Idee kommt gut an,… dann nichts wie ran. Und das ist wohl der härteste Part überhaupt! Bleiben Sie am Ball. Sie werden sich manchmal Fragen: “ist das richtig so?” – Das kann keiner beantworten. Sie müssen lernen aus schlechten Phasen selbst raus zu kommen – das macht einen Entrepreneur oder einen Selbständigen aus!

Sie sind selbst Ihr Chef. Vergessen Sie das nicht.


6 Kommentare

  1. “Hier gibt es auch einen wichtigen Punkt: viele Leute wissen noch gar nicht, dass Sie das Produkt / die Dienstleistung überhaupt brauchen.”

    Exakto. Es in dieser Situation ist es relativ schwer, die Leute dazu zu bringen, das Produkt / die Leistung zu kaufen. Sie haben oft das Gefühlt, dass ihnen etwas reingedruckt wird, was sie gar nicht brauchen. Irgendein Zauberding.

    Aber ich werde schon Wege finden ;-)

    Gruß,
    Waldemar

    • Hallo Waldemar,

      yepp. Die meisten Leute meinen das. Wahrscheinlich kommt das ja gerade deswegen, weil manche Firmen genau das tun. Sie schicken Leute von Haustür zu Haustür, die dafür geschult worden sind, Umsätze zu generieren.
      Was – meines Erachtens nach – aus den Augen verloren worden ist: die Unternehmen sind für den Kunden da und nicht anders herum. In erster Linie geht es darum, guten Service zu bieten und auch bei Problemen dazu sein.

  2. Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.

    Henry Ford, 30.07.1863 – 07.04.1947
    Gründer von Ford

    • Hallo Mike,
      die Zitate von Henry Ford sind ja immer die besten. Ich finde generell seine Lebensgeschichte toll. Damals, als er das erste Auto fuhr meinten die Leute nur:

      “Bist du von allen guten Geistern verlassen und steigst auf ein Gerät, welches ständig Explosionen unter deinem Hintern erzeugt?”

      :-)

  3. Genau so sieht es aus. Die Menschen wissen einfach nicht was sie wollen. Alles was neu ist macht zuerst Angst, viel einfacher ist es mit dem Strom zu schwimmen. Wo wären wir heute ohne Ford, Edison und Gates?

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