Hartz 4 ist scheiße!
http://hangout-lifestyle.de/hartz-4-ist-scheisse/ Gepostet von Flo in Zeit, Ziele definieren | 3 KommentareOhje… mit diesem Titel stoße ich wahrscheinlich gerade einigen Leuten vor den Kopf (vor allem wahrscheinlich Herrn Dübel, der 36 Jahre schon nix mehr gearbeitet hat). Aber was solls? Immerhin hat Roland Koch (CDU) das selbst angeblich schon gesagt.
Haben Sie am 16.02.2010 um 21:50 Uhr ARD gesehen? Sie schauen das nicht? Auch okay… aber sie haben etwas verpasst. Naja… eigentlich haben Sie nicht sehr viel verpasst, was Sie vielleicht nicht schon wissen. Dafür hab ich einen tollen Einstieg für meinen neuen Blog (Selbstfindung siehe Blogbeitrag: Neuausrichtung meines Blogs).
Finden Sie sie raus….
die Wahrheit…
Um genauer zu werden: dort lief gerade PlusMinus mit dem Thema Runter mit Hartz, den man – Internet-sei-Dank – auch online nachlesen kann. Aber okay: worum ging’s?
Herr Wetz ist Mitte 50 und gelernter techn. Zeichner. Derzeit arbeitslos. Er hat sich 30 Jahre lang fleißig jeden Tag abgeschuftet und – wie das so viele machen – für später vorgesorgt. Natürlich bekam er ca. 1,5 Jahre Arbeitslosengeld. Danach sollte man eigentlich Hartz 4 bekommen, …meint man. Der Deutsche Staat hilft einem ja immer…. meint man.
Aber so leicht ist es nicht. Da er vorgesorgt hat, bekommt er kein Hartz 4! Nein, er ist ja “nicht bedürftig”, er hat ja noch was angespart. Vielmehr soll er von seiner eigenen Altersvorsorge leben, bis nichts mehr da ist. Und dann? Tja… das weiß niemand so genau. Hilfe vom Staat gibts nicht. Vielleicht hat er sogar ein eigenes Haus. Eventuell kann man ja davon auch leben? Schon mal vom eigenen Hauseck abgebissen? Mhhh… lecker! ![]()
Was macht man also in einem solchen Fall? Herr Wetz ging zur sog. Arbeitsvermittlung. Immerhin will er nicht arbeitslos bleiben sondern sucht händeringend einen Job. Dort angekommen kann man nichts für ihn machen. Warum? Zu teuer, nichts passendes gefunden, kein Job vorhanden. Nicht mal ein Weiterbildungskurs wird bezahlt. Warum? Er bekommt ja kein Hartz 4. Man ist also für ihn nicht zuständig. Er bekommt also keine Hilfe, weil er nicht arm genug ist.
Schöne heile Welt…
Wir stellen und jetzt natürlich die Frage: wollen wir das? Es kann ja schließlich jeden treffen. Ganz unnatürlich ist das auf jeden Fall nicht. Wir gehen jeden Tag schön in die Arbeit, ackern uns ab, sparen uns Geld für später (weil später wollen wir’s ja mal schön haben).
Jetzt zerreißen wir mal die Gedankengänge, die fast jeder Mensch hier (und vor allem in Deutschland hat):
- Der Sozialstaat fängt mich schon auf.
- Später will ich’s mal schön haben.
- Wenn ich viel spare, hab ich später auch mehr davon.
- Boah und dann… wenn die Arbeit mal weg fällt, dann kann ich mir das Leben schön machen!
- …
Aha! Gerade haben wir bemerkt: Punkt 1 stimmt doch gar nicht. Um Punkt 2 oder Punkt 3 zu erreichen, muss aber Punkt 1 erfüllt sein, und so weiter. Ohh… irgendwie kann das nicht funktionieren.
Die meisten Menschen arbeiten 5 Tage in der Woche oder mehr. Es soll sogar welche geben, die mehr als 40 Stunden arbeiten. Manger und Co. zum Beispiel. Ohja… wer mehr und vor allem hart arbeitet, wird auch weit kommen. Aber die Frage ist doch immer: wollen wir das?
Was habe ich zum Beispiel wenn ich Manager bin?
- viel Geld
- viel Stress
- ein teures Haus… ohhja… ein sehr geiles Haus sogar.
- viel Arbeit
- wenig Zeit
- und ein schönes Auto vielleicht
- fast keinen Urlaub (im Urlaub wird man sowieso nur ständig von Mitarbeitern am Handy angerufen – also minimieren wir das auf keinen Urlaub)
- keine Zeit für Hobbys
- …
Bewerten Sie selbst und lesen Sie hier weiter: Die 8-Stunden-Lüge. Oder setzen sie alles daran ein Entrepreneur zu werden, schnellst möglich passives Einkommen aufzubauen und von zu Hause zu arbeiten. Dann klappts auch mit outsourcing, mehr Zeit und mehr Spaß!
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immer diese manager;)
Moment mal es Arbeiten nicht nur Manager über 40 Std. in der Woche.
Ich mache eine Ausbildung und bin im 2. Lehrjahr und muss MINDESTENS 40 Std. die Woche arbeiten (wenn mehr zu tun ist auch länger) und bekomme gerade mal 325€.
Da ich von dem Geld nicht leben kann arbeite ich dann noch Do Abend, Fr und Sa Abends und Nachts in eine Diskothek auf 400€ Basis.
So komme ich in der woche ungefähr auf 55 Std. arbeit für 725€
- Miete 400€
- Essen+ Trinken ca. 300€
—————————-
Meist bleiben mir dann noch ca. 30-60€ im Monat übrig.
Ich frage mich dann immer für was leben wir überhaupt?
Hallo Larissa und danke für deinen Kommentar sowie deine ehrlichen Worte.
Du hast recht, auch Lehrlinge trifft es hart. Ich war in der selben Situation, als ich eine Ausbildung zum Elektriker machte. Es waren bei mir auch nur knapp 300 Euro im ersten Lehrjahr und steigerte sich dann auf knappe 900 im Dritten, was auch nicht wirklich viel ist. Ich hatte da noch Glück: ich konnte zu Hause wohnen.
Es läuft etwas grundlegend falsch, und wir müssen entscheiden, wie wir unser leben managen können. Oft stellt man sich eben die Frage: kann’s denn das schon gewesen sein?