Gefangen in der Tretmühle – 2 Hilfestellungen
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Ein Kind wird geboren, besucht die Schule, schließt prima ab. Die Eltern sind heilfroh, dass das gute Kind ordentliche Leistungen bringt. Es bekommt einen Studienplatz, schließt das Studium ab und macht eventuell noch einen weiteren Abschluss. Danach begibt es sich auf die Suche nach einem sicheren Arbeitsplatz, eben so, wie ihre Eltern es ihm eingetrichtert haben: “Wenn Du fleißig lernst und gute Noten schreibst, bekommst Du einen guten Arbeitsplatz und eine gute Bezahlung!”
So. Das Kind verdient jetzt gutes Geld und auch das Geldausgeben beginnt. Mit viel Geld kann man viel Party machen. Auf irgend so einer Party lernt es dann den Lebensgefährten kennen. Sie heiraten, kriegen viele Kinder… ach das Leben ist wunderbar. Sie arbeitet genauso, wie er. Beide verdienen viel Geld, fühlen, dass sie erfolgreich sind. Der nächste Schritt steht an: ein Haus, ein Auto, ein Pferd, in Urlaub fahren, Kinder. Das Haus muss nochmal größer werden. Aber: das kostet Geld. Beide arbeiten mehr, arbeiten länger, engagieren sich mehr und mehr. Spezialisierung, Abendkurse und Weiterbildungen: das alles um mehr Geld zu verdienen.
Das Einkommen steigt, ebenso die Steuern, die Abgaben für das große Haus, Sozialabgaben. Am Monatsende steht eine hohe Summe am Lohnzettel. Man frag sich, wo das ganze Geld hinkommt. Achja: es geht ja noch Geld für die Kinder weg, damit sie später mal was haben. Auch für die eigene Altersvorsorge muss man noch sorge tragen.
Ehemann und -frau, die selbst erst vor ca. 30 Jahren geboren wurden, sind gefangen in der Tretmühle.
So beschreibt Robert T. Kiyosaki den Begriff der “Tretmühle” relativ anschaulich in seinem Buch Rich Dad, Poor Dad. Auch ich war diese Woche wieder einmal gefangen in der Tretmühle. Mehr als neun Stunden pro Tag an der Diplomarbeit (Warum man das nicht tun soll). So geht man am Ende des Tages mit eckigen Augen, völlig erschöpft, ins Bett. So ist das nun mal bei selbst ernannten Workaholics und Perfektionisten (wie mich übrigens auch viele andere meiner Freunde schon viele Jahre nennen). Aber ist das richtig? Man weiß – und man lest es überall in den Zeitungen – das sowas zwangsläufig irgendwann zum Herzinfarkt führen wird. Schon krass, wenn man der Tatsache ins Auge blickt, nicht wahr? Aber mindestens genau so schrecklich, wenn man bedenkt, dass man von sich selbst redet.
Man kann viel effizienter sein, wenn man einfache Regeln anwendet (siehe nächster Beitrag) und dennoch Spaß am Leben und Zeit für Hobbies haben.
Nichts desto trotz, musste ich mich jetzt hinsetzen und wieder einen dieser bekannten Blogbeiträge schreiben. Lästern über die Leute, die – da nehme ich mich selbst nicht aus – in der Tretmühle gefangen sind (oder aber auf den besten Wege dorthin sind).
1. Entrepreneur werden
Jeden Tag rede ich mit vielen Leuten über dieses Thema des “Entrepreneur werdens” und wie man zu mehr Geld, mehr Leben und mehr Freiheit kommt. Ein großes Thema. Ein Kumpel sagte, er stelle sich im Moment auch selbst immer wieder die Frage, was es bringt, in einem großen Unternehmen als “kleiner Angestellter” zu arbeiten? Wenn man seinen Job nicht wirklich gerne macht, arbeitet man ja irgendwie immer in die Taschen der Vorgesetzten. Man stellt sich wirklich die grundsätzlichsten Fragen und weiß selbst nicht, wie man damit umgehen soll. Eine Art Selbsfindung wurde in Gang gesetzt…
Soll man wirklich einen komplett anderen Weg einschlagen, als die breite Masse es empfiehlt? Ich sage: ja. Es kostet nur so viel Überwindung, weil wir es von klein an eingetrichtert bekommen: “Geh in die Schule, schreib gute Noten, ackere bis du umfällst“. Alles “nur”, damit du später einen guten Job bekommst und in der Tretmühle landest.
Warum gute Noten nicht alles sind, aber Schule trotzdem wichtig ist, erfahren Sie im nächsten Beitrag.
Ich frage Sie: entspricht das denn noch immer der Wahrheit? In der Nachkriegszeit mag das noch richtig gewesen sein: eine sichere Anstellung war vielleicht sogar essentiell. Aber man muss bedenken, dass die Wirtschaft dort auch ganz anders funktionierte. Produkte waren auf die Masse ausgelegt, nicht auf Nischen. Heute hat ja jeder bekanntlich alles was er braucht.
Kinder, die bereits in unsere schnelllebige Welt geboren werden, denken ganz anders darüber als ihre Eltern. Sie wollen nicht Enden, wie Vater und Mutter. Am Ende des Lebens auf die Rente hoffen, die – falls es denn überhaupt noch eine geben wird – für das Überleben sorgt. Sie hätten sich das wohl anders vorgestellt? So ist die Realität. Wenn Sie etwas älter sind denken Sie ja auch: “Warum zahle ich denn Steuern an den Staat? Der soll mir gefälligst helfen, wenn ich alt bin!”. Alle kennen die Alterspyramide, wollen selbige aber nicht wirklich wahrhaben. Warum nicht? Sie verwischen die Realität und zögern Ihr Schicksal nur hinaus.
2. Mit Finanzen umgehen
Stellen Sie sich mal die Frage: “Habe ich in der Schule etwas über Geld gelernt?“. Sie antworten mit bestimmt mit “Nein“. Da brauche ich nicht zu raten, denn ich weiß es. Man lernt in der Schule, wie man mit Zahlen jongliert, wie man liest und schreibt. Aber man lernt nicht, wie man mit Geld umgeht. Das Lernen die Kinder zu Hause von den Eltern. Genauso wie sie lernen, was gut und was böse ist. Das ist alles Definition der Eltern. Aber wenn Ihre Eltern nie wirklich viel Geld hatten, sie immer das Gefühl hatten, dass Sie arm sind: was können Sie dann noch von Ihren Eltern lernen? Ihre Eltern können Ihnen das nicht beibringen. Sie haben es selbst nie gelernt. Es liegt also in erster Linie in Ihrer Hand, daraus was zu machen.
Das bringt mich natürlich zur Verzweiflung. Wie kann es sein, dass ein Schulsystem keine solchen essentiellen Dinge lehrt? Sie können Professor mit drei Doktortiteln sein und laufen dennoch Gefahr, in der Tretmühle zu landen. Wenn Ihr Studium nicht gerade mit Finanzen zu tun hatten wissen Sie nämlich nach dem Studium genau so wenig wie vorher: das Wissen, was Ihnen Ihre Eltern vermittelt haben.
Warum denken Sie, sind Kinder von reichen Eltern immer auch reich? Nicht, weil Sie vielleicht das Geld ihrer Eltern erben, sondern weil sie durch ihre reichen Eltern gelernt haben, wie man mit Geld umgeht. Immerhin gab es ja auch schon Fälle, bei denen die Kinder das gesamte Erbe verprassten und am Ende doch wieder arm wurden. Auch Sie kennen bestimmt einen solchen Fall. Jemand erbt, meint er müsse Aktien kaufen (hat aber selbst keine Ahnung) und verliert fast alles.
Verinnerlichen Sie sich immer wieder, dass Sie oder sogar Ihre Eltern von Januar bis Mitte Mai jeden Tag nur in die Arbeit gehen, nur damit sie die Steuern bezahlen können. Das nervt, das ärgert einen und man möchte am besten auf die Barrikaden gehen. Aber wie kann man dem Alltagstrott entfliehen, wie geht das? Was soll man anders machen?
Es gibt ein paar sehr einfache Regeln zum Reichwerden, die ich im nächsten Beitrag näher beleuchten möchte.
Mein Kumpel fragt einen Kollegen, der im Moment den Master studiert, was er zum Thema “Selbständig machen” sagt. Er sagte: “Kannst Du vergessen! Du musst 16h pro Tag arbeiten, keine Freizeit, keine Familie….”. Mein Kumpel nannte das “ein erschlagendes Argument”. Ich sage: das ist doch kein Argument! Woher will jemand sagen, dass man so lange arbeiten muss, wenn er selbst noch nicht in der Situation war? Warum sind es genau 16 Stunden und nicht gleich 24? Wer sagt das? Diese Meinungen kommen zwangsläufig von der Erziehung, sie können nur von dort kommen. Das Bild eines Selbständigen ist immer das gleiche: Sie arbeiten lange, sehr hart und kommen doch nicht auf einen grünen Zweig. Eventuell mit Glück erlangt man irgendwann Reichtum. “Ha!” sagte ich bereits in meinem Beitrag Kreativität 2.0 oder Kreativtechniken. Sie wissen genauso wie ich: es gibt zahlreiche Beispiele von Leuten, die genau das Gegenteil geschafft haben… ohne viel Glück sondern mit Wissen und Selbstvertrauen.
Auch wenn Sie gerne weiter lesen würden: auch ein angehender Entrepreneur wird irgendwann müde und hofft, am nächsten Tag nicht wieder in der Tretmühle zu landen. Dazu passt natürlich auch das Thema des “von zu Hause arbeitens” über das ich auch geschrieben habe.
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