Erfolgreich Auswandern, geht das?

Sun set von Flickr-User: roger.badsoul

Sun set von Flickr-User: roger.badsoul

Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, auszuwandern bzw. die Welt zu bereisen. Nachdem ich mit Freundin schon ein halbes Jahr in Australien verbrachte, ist das nächste Ziel Kanada.

Tagtäglich und vor allem bei schlechtem Wetter denke ich an nichts anderes als an Sonne, Strand, Meer, andere Kulturen, Reisen, Sehenswürdigkeiten usw.. Einen richtigen Hangout-Lifestyle eben :-)
Wenn ich Bilder von anderen Auswanderern ansehe, überhäuft mich der blanke Neid aber auch ein Wohlgefühl, dass diese Menschen es geschafft haben. Immerhin ist das ein noch größerer Anreiz, dass man es selbst auch schaffen kann.

Auswandern = Ziel vieler Menschen

Meine Freundin und ich sind uns einig: ein Leben in Deutschland wird es für uns in Zukunft nicht mehr geben. Das hat mehrere Gründe. Auch wir spekulieren zum Beispiel mit Nachwuchs. Das Schulsystem in Deutschland ist schlecht. Das sagt uns nicht nur der Pisatest sondern auch Bücher wie z.B. Rich Dad, Poor Dad (Der Beitrag dazu von mir: Geh in die Schule und schreib gute Noten). Gerade hier in Niederbayern liegt (gefühlt) ein dreiviertel Jahr nur Schnee. Ich kann ihn nicht mehr sehen. Ich lebe echt gern in der ländlichen Gegend. Aber was hilft mir das, wenn es hier keine Arbeitsplätze gibt? Wenn Der Zukunftsrat sagt, die Ballungszentren sollen ausgebaut werden und Niederbayern solle sich dem Ausland zuwenden? Hallo? Wo sind wir denn?

Schon 2009 sind, laut Spiegel, mehr Leute ausgewandert als zugewandert. Ein Großes Problem kommt hinzu: Deutschland schafft es nicht, die qualifizierten Fachkräfte hier zu halten. Vor ein paar Tagen hab ich eine Sendung im ZDF gesehen. Ein Professor suchte einen Job. In ganz Deutschland konnte er keine Stelle besetzen. Zu guter letzt ist er nach Australien ausgewandert. Das Gehalt war genauso hoch. Die Lebensqualität um einiges höher. Der Traum vom Auswandern: geschafft! :-)

Andererseits wandern mehr “unter”qualifizierte Menschen nach Deutschland ein. Nach ein paar Jahren landen diese dann im Sozialsystem. Ein riesengroßes Problem. Wie soll sich das finanzieren?  Wer Den Aufstand der Jugend im ZDF gesehen hat, der kann sich ungefähr ein Bild machen, wie es in 20 Jahren ungefähr aussehen könnte.

Wie dem auch sei. Am Ziel “Auswandern” gibt es generell zwei Punkte, die die ganze Sache deutlich erschweren:

  1. Erster Punkt: wohin soll man denn auswandern? Es gibt tausend gute Ziele. Der Wohnort muss passen, das Schulsystem soll passen. Schön sollte es sein.
  2. Zweitens: Bekommt man dort Arbeit? Wenn ja, wie lebt es sich dort mit den Einnahmen?

Zum Punkt 1 kann man sagen: es bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als sich die Welt erst einmal anzuschauen. Wo fühl ich mich wohl? Wo ist es schön? Was möchte ich im Ausland machen? Viele wandern nach Thailand aus, weil es ein Taucherparadies ist. Warum nicht? :-) Wenn man tauchen liebt.

Zum Punkt 2: Googelt man nach den Begriffen “erfolgreiche Auswanderer“, erhält man sehr wenig Ergebnisse. Und wenn man Ergebnisse erhält, dann merkt man vor allem eins: Die meisten Menschen, die erfolgreich ausgewandert sind, haben sich gleichzeitig erfolgreich selbständig gemacht. Egal ob Thailand, USA oder irgendwo anders.

Mir kommt es so vor, als wäre das ein essentieller Punkt, wenn man nicht gerade Verwandtschaft im Ausland hat. Betrachtet man da die typischen Auswanderersendungen im TV, dann schaffen’s meistens nur die Menschen, die die Sprache gut beherrschen und die irgend eine Idee umsetzen wollen. Der Tatendrang ist im Ausland wohl um einiges höher als im Inland. Warum auch immer.

Ach, ich bin gespannt. :-) Was sind eure Meinungen dazu?

Update: Ich habe ein sehr interessantes Interview mit Sebastian Prestele über das Auswandern Thailand geführt.

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4 Kommentare

  1. Wieso eigentlich nicht in Deutschland bleiben? Das Wetter ist sicherlich ein Argument, aber unser Sozialsystem? Ich war bereits einmal in Thailand und fliege dort übernächste Woche wieder für drei Wochen hin, aber dorthin auswandern würde ich nicht wollen.

  2. Hallo Markus,
    naja… ich habe in Australien ja gesehen, wie schön es sein kann, im Ausland zu leben. Irgendwie kam da so vieles zusammen: nette Leute, tolles Wetter, … ich weiß nicht. Irgendwie wusste ich sofort am ersten Tag, dass die Zeit dort geil werden wird. Und ich vermisse diese Zeit jeden Tag. Deshalb wohl der große Drang :-)

    Ich wünsch dir viel Spaß in Thailand. Definitiv auch eines der Ziele von mir :-)

  3. Sicher ist in Deutschland nicht alles perfekt, aber andere Länder haben oft noch viel größere Probleme…

    Ich hatte mich jobmäßig mal in Spanien umgesehen und die Gehälter waren recht lachhaft (sogar in einer Stadt wie Barcelona). Da war die Selbständigkeit im Nachhinein auf jeden Fall die bessere Wahl. Und jetzt hätte ich sogar die Freiheit dorthin zu gehen – muss nur noch die Freundin davon überzeugen ;-)

    Bei den Problemen mit dem Bildungssystem stimme ich zu. Ich hab mal ein Jahr in Schottland studiert und bin so froh darüber. Dort gab es den Kurs “Starting a new Business”, bei dem man ganz praktisch einen Business Plan entwickelt hat. In Deutschland war selbst an der FH alles total theoretisch und hatte mit der Praxis rein gar nichts zu tun.

    Das Blöde ist allerdings, dass man in vielen interessanten Ländern ein Visum braucht. Das wird doch in Australien und Kanada auch nicht anders sein, oder? Das Schneeproblem wirst du in Kanada übrigens wohl kaum lösen können ;-)

    • Servus Robert,
      ja… Kanada wäre, wenn überhaupt, nur etwas für den Sommer. Und dann hat es dort auch gerade mal 20 Grad, wenns wirklich hoch kommt. Kanada wäre für mich ohnehin kein Ort zum Auswandern. Auch wenn die Jobchancen so gut sind.

      Ich geb dir recht: erst erfolgreich Selbständig werden und dann reisen. Dann muss Auswandern ja gar nicht mehr in Frage kommen. So hat man sogar die Möglichkeit, noch viel mehr von der Welt anschauen zu können ohne gleich auswandern zu müssen.

      Gut, dass meine Freundin da etwas lockerer ist… die geht überall mit hin :-)

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