Die Moral in der 4 Stunden Woche
http://hangout-lifestyle.de/die-moral-dabei/ Gepostet von Flo in Lifestyle-Design | 2 Kommentare

Sport muss nicht unfair betrieben werden!
Mit einem studentischen Kollegen diskutiere ich seit ein paar Tagen relativ offen über mein Vorhaben, ein Entrepreneur zu werden. Vor allem aber Tim Ferriss hat es ihm angetan. Er sieht das, was er macht, eher als mogeln. (Danke übrigens für diesen Anstoß. Das veranlasste mich gleich wieder, etwas zu schreiben
)
Wenn Sie es nicht wissen: Tim Ferriss ist Kickbox-Weltmeister. Er ist es “nur” dadurch geworden, weil er sich die Regeln angesehen hat. Unter ärztlicher Aufsicht hat er seinen Körper einer Radikalkur unterzogen. So wurde er beim Wiegen eine Klasse unter der Normalen eingestuft. Tage später (am Wettkampftag) hatte er natürlich Gegner vor sich, die um einiges leichter waren, als er selbst.
Aber nicht nur das: er wusste, wenn der Gegner ein paar Mal aus dem Ring fliegt, gewinnt man durch technisches K.O. Er lag also seine Kampftechnik einzig und allein darauf aus, die Gegner aus dem Ring zu werfen. Man kann sich jetzt natürlich fragen: war das moralisch vertretbar? Sicherlich nicht. Aber wenn findige Steuerzahler ein Schlupfloch im System entdecken und ausnutzen, ist das doch auch nicht vertretbar. Trotzdem wird es praktiziert.
Im Gegenzug finde ich es aber sehr aufrichtig, dass Tim öffentlich in seinem Buch darüber schreibt, wie er das gemacht hat. Immerhin können die führenden Köpfe bei der Chinese Kickboxing National Championships jetzt darauf reagieren. Niemand ist eben perfekt und ich glaube, man sollte das eher als “Hinweis” verstehen. Schlau wird man eben erst dann, wenn man auch Tipps von außen entgegen nimmt.
Streiten kann man sich ohnehin, was Tim Ferriss oder andere Leute mit ihrem Leben anfangen, was sinnvoll oder vielleicht sogar anstößig ist. Das soll aber nicht zum Thema meines Blogs werden. Was Sie in Ihrer Freizeit anfangen ist mir egal. Mir persönlich ist nur wichtig: wie erhält man mehr Freizeit? Und daran kann wohl nichts verwerfliches sein.
Outsourcing your life…
Über dieses Thema kann man wohl genauso gut diskutieren, wie über die Moral: es ist eben Ansichtssache. Was würde passieren, wenn jeder sein Leben “outsourcen“ würde? Naja, die Welt würde wohl stehen bleiben ![]()
Aber ich kann Sie beruhigen: das wird nicht passieren. Alle Menschen sind nicht gleich, also würden alle auch nie das gleiche wollen. Täglich routiniert in die Arbeit zu gehen: das wollen eben auch sehr viele. Sie wollen nicht aus ihrem Rhythmus gebracht werden. Und wenn sie an ihrer Arbeit Spaß haben, warum nicht? Ist ja nichts falsches daran. Viele mögen nicht ihr eigener Chef sein. Sie wollen immer unter möglichst vielen Kollegen sein: Prima!
Sehen Sie mich an: ich programmiere für mein Leben gerne. Ich finde das genial, was man z.B. mit Ajax heutzutage alles anfangen kann. Ich bin verrückt? Wohl eher nicht. Sehen Sie sich z.B. die Linux-Gemeinde im Internet an. Ohne sie gäbe es kein Linux-Betriebssystem. Linux ist neben Windows einer der festen Größen im Servermarkt. Ich bin mir sicher: auch Sie nutzen irgend eine Art von kostenlosen Programmen: OpenOffice zum Beispiel, einen Twitter-Client, oder ähnliches. Und das würde nicht funktionieren, wenn es nicht viele viele viele freiwillige geben würde, die einfach Spaß an ihrer Arbeit haben.
Und wenn man bekanntlich Spaß hat, dann schafft man auch gute Produkte. Sollte man das nicht unterstützen? Viele Leute arbeiten von zu Hause im stillen Kämmerlein und entwerfen die genialsten Dinge!
Günter Faltin (Autor des Buchs: Kopf schlägt Kapital) schrieb – aus Sicht eines Volkswirtschaftlers – dass man mit outsourcing unter anderem nur gewinnen kann. Er – als Gründer der Teekampagne – lässt seinen Tee von Firmen verpacken, die auf Verpackungen spezialisiert sind. Er lässt seinen gesamten Bestellprozess von einer Firma erledigen, die das perfekt können.
Warum soll man nicht auf Firmen zurückgreifen, die ihre Arbeit meisterhaft machen, frage ich mich? Warum soll ich anfangen, meinen Gesamtprozess selbst zu steuern, wenn ich von vielen Teilen keine Ahnung habe? Soll ich jetzt fünf Berufe lernen und fünf Studiengänge absolviert haben damit ich meine Steuer perfekt machen kann? Oder damit ich weiß, wie Marketing funktioniert? Dafür gibt es ja verschiedene Berufe und so viele Leute, die das mit Spaß machen.
Mein Kollege schrieb übrigens: “Wenn sagen wir du bist für dein leben gerne Forscher, dann bist du am glücklichsten wenn du 8h am Tag etwas forschen kannst, etwas auf der Spur sein kannst. Für den wäre es ja ne Qual wenn er nur 4h dafür in der Woche verwenden könnte oder eben die restliche Zeit nur mit Ablenkungen verbringen müsste”. Ich gebe ihm voll und ganz Recht!
Haben Sie auch eine Meinung dazu? Schreiben Sie mir oder starten Sie jetzt und betreiben Sie selbst Lifestyle-Design!
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Hi Florian,
Also meine Gedanken zu Tim Ferriss (ich kenne jetzt nur was du kurz und gut zusammengefasst hast):
A. Da ich mir Kickboxen ohnehin vereinfacht als Sport vorstelle, auf den auf andere Menschen eingeschlagen wird, ist es sicher auch nicht weniger moralisch, wenn man den Gegner schnell und schwerzersparend ausschaltet, indem man ihn von der Matteschafft
B. Moral läßt sich ohnehin noch stark verbessern
C. Ich finde es grundsätzlich fabelhaft, wie Tim es auch gemacht hat, sich etwas (Be-)stehendes anzuschauen, ungewöhnliche Gedankengänge dazu freizuschalten, und dann notfalls entgegen der ursprünglichen Absichten neu zu definieren. Fortschritt lebt davon, dass jemand neue Gedanken beisteuert und dann andere darauf reagieren (müssen).
Entrepreneure aller Branchen vereinigt euch
Desweiteren zum Outsourcing:
Ich denke, gerade “eigene Chefs” tun gut daran, viel Partner unn Profis zu überlassen. Allein etwas auf die Beine zu kriegen wird allein durch die mann- und finanzstarke Konkurrenz und rechtliche Unwägbarkeiten m.M.n. immer schwieriger.
Noch ein Witz, den ich in nem Entrepreneurship für Dummies gelesen habe:
Ich wollte immer mein eigener Chef sein, weil ich genug davon hatte auf Idioten zu hören. Jetzt hab ichs endlich gemacht…
Und gemerkt dass mein neuer Chef auch ein Idiot ist
Ich werde dir mal demnächst meinen Geschäftsplan (“Kelender.com”) zukommen lassen. Ist momentan meine “größte” Idee. Da du im Gegensatz zu mir das Programmieren magst kannst du vielleicht sogar einiges damit anfangen . Wenn mehr draus würde umso besser.
Servus Anton und Danke für deinen Beitrag. Freue mich auf deinen Geschäftsplan und wünsche Dir viel Glück bei deiner Selbstständigkeit
Bist Du jetzt generell noch irgendwo angestellt oder hast dein Leben schon “outgesourced”? 