Das Jahr im Rückblick

Flo von BuyMyDay im Hängesessel

Flo von BuyMyDay im Hängesessel

 

Soo… auch noch ein gutes Neues Jahr von mir. Ja, ich weiß: überall liest man es und es nervt langsam… genau wie Weihnachten. Zuerst freut man sich, wie ein Kind und dann ist man ja doch wieder froh, wenn die ganze Esserei, Geschenkerei und Silvester mit Neujahr wieder vorbei ist.

Der Alltag kommt dann plötzlich wieder zurück. Das Genießen und die “Stille Zeit” sind vorüber. Alle hüpfen wieder in die Rollen, die sie auch vor Weihnachten schon hatten: Aufstehen, Arbeiten, Heimgehen, Schlafen, Aufstehen, Arbeiten, Heimgehen, ….

Genauso war’s bei mir auch. Schon damals, als ich Elektroinstallateur lernte und direkt in der Ausbildung steckte. Es machte Spaß, keine Frage. Aber nur so lange, bis man eben alles kannte und sich langsam die Routine einschlich. Damals entschied ich: es kann nicht 40 Jahre so weiter gehe. Ich studierte Medientechnik.

Lernen ja, weitermachen nein

Das ging 4 Jahre gut, denn das Studium war immer interessant, man konnte immer was neues hinzulernen. Dann kam mein Auslandssemester in Australien und das Praktikumssemester bei Rohde & Schwarz in München. Dann stellte sich plötzlich alles um. Ich erkannte – gerade in München – die Menschen sind meist unfreundlich, alles ist hektisch und stürmisch. In der U-Bahn schaut dich keiner an. Es lächeln nur die Besoffenen im Rausch. Und das krasse: man wird mit der Zeit selbst so. Man ärgert sich über jede Minute, die die Deutsche Bahn hängen bleibt und wieder mal keine Durchsage macht. Man friert, man ist unter Leuten und doch ist man irgendwie allein.

Dann fing ich an, Bücher zu lesen. Ich las vorher nie Bücher. Doch plötzlich lag es vor mir: Die 4 Stunden Woche von Tim Ferriss. Ich verschlang das Buch und las, so wie ich in meinem Leben noch nie gelesen hatte. Weiter Bücher folgten. Die Entscheidung stand: Ich will ein Entrepreneur werden!

Anschließend kam mir die Idee: Jeden Tag 8 Stunden arbeiten für einen Chef, der sich (in den meisten Fällen) nix um mich kümmert? Tag-ein Tag-aus arbeiten, schwitzen, nachdenken und nicht mal die Welt sehen können? Sich unterordnen? Nee… das war plötzlich nichts mehr für mich. Ich zweifelte alles an. Das Leben, das 95% der Menschen leben.

Der Schein trügt nämlich: man wird so, wie die Masse mit der man sich bewegt. Nur weil jeder im Mittag Pommes und ein Schnitzel isst, heißt das nicht, dass man es selbst auch noch essen muss. Man hat die Wahl: entweder man isst was anderes oder eben nichts.

Nichts zu tun war für mich ohnehin nie ein Thema. Ich war und bin immer fleißig gewesen. Ich wurde schon in der Berufsschule für meine außerordentlichen Fähigkeiten (sogar schriftlich) geehrt. Und was bringts?

Kreativ sein, Ideen haben, Nicht unterkriegen lasssen

Ich merkte: man muss es schaffen, kreativ zu sein. Man muss irgendwie neue Ideen haben und diese verkaufen können. Und vor allem: nie einschüchtern lassen. Das ist insgesamt sehr schwierig. Ich weiß das.

Es war nicht nur schwierig, dies zu erkennen sondern auch umzusetzen. Von heute auf morgen einmal nicht nach der Nase anderer zu tanzen und sich umzustellen auf ein neues Lebensgefühl, einen neuen Lifestyle eben (Thema: Lifestyle-Design).

Ich fing an, über das was ich plane und das was ich von der Welt da draußen denke zu bloggen. Ich bloggte was das Zeug hält und gründete nebenbei den Teeladen vieltee.de zusammen mit meiner Freundin, die ich angesteckt habe mit meiner Philosophie.

Kurz darauf merkten wir: wir können mehr und wir wollen mehr. Wir gründeten social2business.com. Melanie schrieb ohnehin ihre Abschlussarbeit im Social-Media-Marketing-Bereich. Ein ganz logischer Schritt, wie viele sich wohl denken werden.

Aber so einfach war es nun einmal auch nicht. Gerade bei vieltee.de kämpften wir um jeden Link um jede Bestellung. Schließlich wollten wir Sponsoren und Investoren suchen: niemand glaubte an die Idee. Das Hans-Lindner-Institut sagte uns dann: macht weiter! Die Idee ist gut! Das erzählte ich dann auch Ivo Kultermann im Interview auf seiner Website.

social2business.com lief schwer an. Gerade im niederbayerischen Bereich hing das Thema “Social Media” sehr weit zurück. Das hängt natürlich nicht nur damit zusammen, dass viele Unternehmer schon sehr alt sind und es fast keine Startups hier gibt sondern natürlich auch, weil viele (vielleicht aufgrund des Alters) gar keine Ahnung haben, was Social Media denn überhaupt ist. Es musste also was her, was nicht viel kostet und was gut zum “Ausprobieren” wäre. Die Idee von BuyMyDay entstand.

Lesen und Inspiration

Ich will hier gar keinen Roman schreiben (ein eBook wird’s sowieso von mir demnächst geben): viel interessanter finde ich, welche Wege sich für mich aufgetan haben, welche Ideen uns entsprungen sind und welche Umsetzungsfähigkeit man an den Tag legen kann, wenn man selbst an sich glaubt.

Das wünsche ich auch allen anderen da draußen, die den “Hangout-Lifestyle” suchen und finden wollen: ganz viel – nein kein Glück – sondern viel Durchhaltevermögen, viel Kreativität und Spontanität im Jahr 2011!

Was wollen Sie im nächsten Jahr schaffen? Erzählen Sie’s mir!


2 Kommentare

  1. So wie dir geht es vielen Leuten. Aber nur die wenigsten sind auch wirklich dazu bereit etwas zu ändern, was irgendwie komisch ist. Vermutlich liegt es auch daran, dass man einfach keine Zeit mehr hat (strategisch) über sein Leben nachzudenken, wenn man erst mal im Angestelltenverhältnis steckt. Dann geht man einfach den Weg, auf den einen Schule und Uni vorbereitet hat, ohne den Kopf nach Alternativen auszustrecken.

    Auf jeden Fall danke für die Einblicke in deine Projekte, finde ich sehr spannend! Frohes Neues!

    • Hallo Robert. Das stimmt. Die Motivation fehlt einfach. Deswegen schreibe ich gerade ein eBook. Motivation ist das A und O. Aber sich selbst zu motivieren ist oft schwer. Das muss man erst lernen und das ist auch schwer :-) Irgendwie ein Teufelskreis, was erklärt, warum viele Menschen es einfach nicht tun, nicht wagen oder einfach nicht können…

      Dir auch ein gutes Neues und Danke für deinen Kommentar! :-)
      Flo

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