Frag Flo: Berufliche Neuorientierung mit eigenem Lifestyle?

Dieses mal erhielt ich eine tolle Frage von Joachim zum Thema (berufliche) Neuorientierung. Ideal für den Lifestyle-Blog und die Frage-Flo-Section und (wieder) ein Problem, wo keiner alleine ist, denn irgendwie stehen wir doch alle vor den selben Fragen:

Bild: Flickr-User HikingArtist.com

Bild: Flickr-User HikingArtist.com

Hallo Flo,
„Arbeiten Sie, um zu lernen – arbeiten Sie nicht für Geld“ steht im Buch von Robert Kiyosaki  „Reichtum kann man lernen“. Wenn man Geld mit Webseiten, Online-Shops, eBooks und sonstigen Dingen verdienen möchte, welche Jobs könnte man annehmen um etwas zu lernen?

Stell Dir vor Du bist arbeitslos und wirst vom Arbeitsamt gezwungen einen Job anzunehmen. Oder Dein derzeitiger Beruf gefällt Dir nicht und Du suchst einen Job um etwas Neues auszuprobieren. Ich frage mich, welche Jobs, Umschulungen, Fortbildungen könnte man machen um etwas in diesem Bereich zu lernen. Webdesign, Buchhaltung, Steuerrecht, Programmieren, etc. – es gibt viele denkbare Jobs die mit dem Thema zu tun haben.

Ich habe Deine Antworten auf einige Leserfragen gelesen und bin gespannt, ob Du mir vielleicht einige Denkanstöße geben kannst. Ich stehe derzeit vor einer beruflichen Neuorientierung und möchte diesmal nach dem Prinzip von Robert Kiyosaki vorgehen!
Ich möchte mir einen (oder mehrere) Jobs suchen um etwas zu lernen. Lernen wie man ohne Arbeitgeber selbst Geld verdient, mit Webseiten, Online-Shop, etc. Ich frage mich, welche Jobs können mich weiter bringen. Derzeit stehe ich völlig auf dem Schlauch und kann mich nicht entscheiden, wie ich mich beruflich weiter orientieren soll. Fortbildung, Umschulung, Job, Studium, etc?

Mein Ziel ist ohne Arbeitgeber mein Geld zu verdienen mit möglichst wenig Arbeit. Mit eigenen Webseiten, Online-Shops, etc. Welche Orientierung (Job, Umschulung, Fortbildung, etc.) bringt mir am meisten in dieser Richtung? Ich habe Deine Webseite seit ein paar Monaten verfolgt und denke Du kannst mir bestimmt gut bei dieser Frage weiterhelfen.

Gruß Joachim

Über Robert T. Kiyosaki

Ein Mann, ein Wort, nicht wahr? Ich nehme an, Joachim meint das Buch Rich Dad, Poor Dad von Robert T. Kiyosaki. Darin beschreibt Kiyosaki eine ganz einfache Geschichte. Nämlich sein Aufwachsen unter zwei verschiedenen Vätern. Wobei sein leiblicher Vater der ärmere ist und der zweite Vater derjenige, von dem er sich seine Strategien zum “Reich werden” abschaut. Sein Vater möchte, dass er fleißig zur Schule geht, immer lernt und dann irgendwann einen guten Job hat. Sein zweiter Vater hingegen trimmt ihn dahingehend, dass er sein Geld sinnvoll investiert.

Ich will nicht so sehr in die Tiefe gehen, immerhin habe ich in einem Motivationstipp (Von Leuten lesen, die schon erfolgreich sind) und in einem Artikel mit dem Titel 6 Buchtipps für Entrepreneure schon einiges darüber geschrieben.

Nur so viel: Rich Dad, Poor Dad ist ein Muss für alle angehenden Lifestyle-Designer und eventuell auch diejenigen, die eine berufliche Neuorientierung suchen. Immerhin öffnet das einem tatsächlich die Augen.

Welche Jobs soll ich annehmen um etwas zu lernen?

Zu aller erst: Ich spreche natürlich wieder für mich selbst und nicht für die Allgemeinheit. Also: Was würde Flo in dieser Situation, wenn er sich beruflich neu orientieren müsste? Und was kann man sich eventuell abgucken? Ich sage hier nicht, dass mein Weg der richtig ist. Oder dass ihr sofort erfolgreich werdet, wenn ihr “meinen Weg” folgt.

Aber grundsätzlich stand ich vor einem Jahr vor dem genau selben Problem, wie du. Eine berufliche Neuorientierung stand an. Ich hatte zwar als Elektriker und Hausmeister (ohja! :-) Im Zivildienst) schon einige Arbeitsstunden ansammeln können aber so wirklich zufrieden war ich nie. Denn es gibt in jedem Job (für mich) immer das selbe Problem:

Irgendwann wird jeder Job langweilig.

Und das obwohl die Arbeit eigentlich immer Spaß machte und ich mit sehr viel Elan an die Arbeit heran ging. Das größere Problem aber war, dass ich gar nicht wusste, was ich denn anders machen hätte sollen.

Und dann las ich – wie wohl bekannt sein dürfte – das Buch Die 4 Stunden Woche (von Tim Ferriss). Mich interessierte weniger die 4 Stunden-Woche. Vielmehr war es die Genialität dieses Autors einfach “anders” zu denken. Einfach alles zu hinterfragen:

Warum? Wieso? Weshalb?

  • Wieso arbeitet man genau 40 Stunden in der Woche? Wer sagt das?
  • Wieso bekommt man als Handwerker eigentlich weniger Geld obwohl man “härter” arbeitet?
  • Was ist eigentlich mein Ziel?
  • Kann ich auch mehr verdienen mit weniger Arbeit?

Setzt euch – verdammt nochmal – ein Ziel!

Es bringt nichts einfach zu sagen: “Ich arbeite jetzt mal als Kellner!”. Das ganze muss einem genauen Zweck dienlich sein sonst verlebt ihr eure wertvolle Zeit in der ihr eigentlich Spaß haben könntet! (Weiterführendes Thema: Prokrastination).

Der Zweck könnte z.B. sein:

  • Ich brauche kurzfristig Geld, weil ich meine Projekte vorantreiben will
  • Ich möchte bei xy arbeiten weil ich mehr über yz erfahren will. Damit kann ich wiederum meine eigenen Projekte vorantreiben.
  • ….

Das heißt: Wenn ihr unbedingt kellnern wollt, dann vielleicht weil ihr plant in naher Zukunft ein eigenes Restaurant aufzubauen.

Also: Was ist das Ziel? Warum möchtet ihr etwas bestimmtes lernen? Und wofür könnt ihr dieses Wissen brauchen? Brauche ich deshalb zwingend eine berufliche Neuorientierung?

Ich weiß, dass das ein sehr schwieriges Thema ist. Gerade auch für mich. Denn der gute alte Flo ist interessiert an so vielen Dingen. An Autos, an Computer, an Programmierung, an Reisen, an Videos drehen und so weiter. Aber alle Interessen bringen nichts, wenn man nicht weiß, wohin man will.

Muss man unbedingt etwas neues lernen?

Ich habe mal gelesen, dass Henry Ford einmal angeklagt wurde, weil er angeblich nicht ganz bei Trost war. Auf der Anklagebank wurden Fragen gestellt, wie z.B. welche Kriegshelden im Krieg um die Schlacht xy starben. Also Fragen, die kein normaler Mensch beantworten kann. Aber er antwortete ziemlich genial ungefähr so: “Kein Mensch kann alles wissen. Ich stelle mir Leute ein, die das nötige Wissen haben”.

Also ist es nicht wirklich von Vorteil wenn man glaubt, man muss (z.B. als Selbständiger) alles selbst machen. Gerade wenn man einen Onlineshop betreibt. Es gibt Anwälte, die sich auskennen und die AGB’s entwerfen. Es gibt Designer, die sich um das Design kümmern. Es gibt Agenturen, die sich um die Installation kümmern. Der Steuerberater macht die Steuererklärung und so weiter. Und das coole: Das alles muss nicht immer sehr viel Geld kosten. Man denke nur an das gute alte Webhosting oder Outsourcing. (Immerhin stellt nicht jeder sich sofort nen eigenen Server ins Haus).

Lernen, wie die Chefs zu denken

Wenn Du anfängst z.B. im Zuge einer beruflichen Neuorientierung in eine Webdesign-Agentur zu gehen, dann kriegst Du in 99% der Fälle nicht mit wie der Chef strategisch handelt. In fast allen Fällen sitzt du in deinem Büro an deinem Rechner und programmierst irgendwas. Klar… dabei lernst du natürlich auch etwas. Aber wenn du dich danach selbständig machst, tust du nichts anderes als du in deinem Job getan hast: Programmieren. Mit dem Nachteil, dass du in Konkurrenz mit deiner vergangenen Agentur stehst und dich selbst um Aufträge kümmern musst.

Wenn Du wissen willst, wie erfolgreiche Menschen erfolgreich geworden sind, dann musst du lesen, lesen und noch mehr lesen. Und da bist du mit Rich Dad, Poor Dad schon auf der richtigen Spur. Weitere Entrepreneur-Buchtipps gibt’s hier.

Meiner Meinung nach bringt es auch sehr viel, wenn Du jeweils zwei oder drei Fragen sammelst und dann direkt an jemanden schickst, von dem du meinst, er kenne sich mit diesem Thema aus. Ich habe das mit unserem Online Teeladen schon oft so gemacht und mir einige Tricks und Kniffe abgeschaut. Manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich.

Der Idealfall

ist, wenn du zwar selbst das Know-How hast, aber im Endeffekt alles machen lässt. Wie Günter Faltin schon schrieb: “Arbeite nicht im Unternehmen, sondern am Unternehmen”. Eines meiner größten Vorbilder dahingehend ist Chris Ducker von virtualbusinesslifestyle.com. Er hat nur die Ideen. Umsetzen tun sie andere (vor allem aber die Jungs und Mädels in seiner eigenen Outsourcing-Firma). Und das obwohl er sich auch zig-mal beruflich neu orientiert hat.

In diesem Fall ist es wohl auch besser, wenn Du Wissen anhäufst, das nicht jeder hat. Berufliche Neuorientierung heißt nicht unbedingt, dass man alles selbst lernt. Beispielsweise gibt es Programmierer wie Sand am Meer. Aber wo liegen die Spezialgebiete? Was programmieren nur die wenigsten? Oder suche dir einen Coach, oder einen Mentor.

Ich habe erst gestern wieder eine Auswanderer-Sendung angesehen (ich liebe diese Sendungen, weil man sehr viele Denkanstöße bekommt). Dort gab es ein Paar, das nach Italien ausgewandert ist. Die beiden verwalten mehr als 100 (Ja. Einhundert!) Ferienwohnungen in Italien, die ihnen selbst aber nicht gehören. Wie das geht? Man muss ja nicht unbedingt Besitzer einer schönen Villa sein um diese vermieten zu können.
Immerhin gibt es in Italien ziemlich viele Häuser, die vermietet werden wollen, wo die Vermieter aber keinen Bock auf die Suche nach geeigneten Urlaubern haben. Warum also sich selbst nicht als dieser “Zwischenhändler” ausgeben? Und den Flughafen-Transfer sowie das Putzen übernehmen auch wieder andere Leute…

Möglichst wenig Arbeit, aber möglichst viel Kohle verdienen

Das wollen wir alle, oder nicht? Aber auch hier gilt: Wer möglichst schnell Geld verdienen will, der braucht vor allem auch das: Zeit und Ausdauer. Denn das Geld verdienen im Internet funktioniert ebenfalls nicht von heute auf morgen. Und wenn, dann springt wenig dabei raus. Suchmaschinenoptimierung dauert beispielsweise auch ziemlich lange. Man schnellt nicht von heute auf morgen auf Platz 1 nur weil man einen eigenen Blog startet. In erster Linie sind diese Websites erst einmal gänzlich unbekannt. Das gilt für den Blog genauso wie für den eigenen Onlineshop.

Berufliche Neuorientierung: neuer Job, Studium oder Umschulung?

Ich wusste vor 5 Jahren nicht genau, wohin ich genau wollte. Ich hatte kein Ziel. So wie viele junge Menschen. Deshalb habe ich studiert. Hätte ich das gewusste, hätte ich wohl nie studiert. Aus dem ganz einfachen Grund, weil man den Abschluss zum “Vorzeigen” ja ohnehin nur braucht, wenn man sich wo bewirbt. Aber da du das ja auch selbst ausgeschlossen hast: Warum willst du studieren?

Wenn du jetzt schon weißt wohin du willst. Wenn Du ein Ziel hast. Dann fange jetzt an:

  • zu lesen
  • dich zu informieren
  • zu lesen
  • zu lesen
  • es umzusetzen
  • und zwar jetzt!

Überlege dir: Was ist der erste Schritt für mein neues Projekt? Beim Webshop z.B. das Bestellen eines passenden Webhosting-Pakets.

Am Anfang wird dir nichts anders übrig bleiben als es einfach “nebenbei” zu machen. Und das ist schwer, weil man nicht unbedingt immer Bock dazu hat, nach der Arbeit noch mehr zu machen. Aber genau das ist der Punkt: Man muss sich fokussiert bewegen. Hier muss man selbst wieder eigene Fragen stellen: “Welche Schritte bringen mich weiter?” oder “Wie effizient kann ich arbeiten”?

Und jetzt? Anwendung der 5-Minuten-Technik

Im Grunde obliegt es jedem selbst: Berufliche Neuorientierung, Übergangsjob, Studium (aus meiner Sicht auch eine Übergangslösung) oder irgend etwas anderes. Wer danach strebt, unabhängig von einem Arbeitgeber zu werden, der sollte alles in die Wege leiten, dass es so bald wie möglich zu dieser “Lösung” kommt. Dabei sollte man aber immer im Auge behalten, ob es gewinnbringend ist, was man tut. Egal ob mental oder finanziell.

Im Grunde gilt, was im Focus (Ausgabe 43/11) stand. Nämlich das Anwenden der 5-Minuten-Technik. Verspreche dir selbst einfach “Wenn ich jetzt sofort damit anfange, darf ich in fünf Minuten wieder aufhören.” Der Trick dabei ist jedoch, dass man meistens dann ohnehin länger daran arbeitet und somit seinen eigenen Schweinehund überwunden hat :-)

Probiert es einfach mal aus :-)


4 Kommentare

  1. Servus Flo :)

    Laut Joachims Mail bezieht er sich auf das Buch “Reichtum kann man lernen“, nicht Rich Dad Poor Dad :)

    Die 5 Minuten Regel finde ich interessant, vielleicht kann ich einem Bekannten vorschlagen, der auch so ein Aufschieber ist…

    Vorsicht mit dem Thema “Lesen”: das kann zur ‘Sucht’ werden, denn irgendwie führt das eine interessante Buch zum nächsten. Das ist freilich viel tolle Theorie aber die Praxis bleibt auf der Strecke. Ich weiß wovon ich spreche… :/ Meine persönlichen 3 Highlights:
    Die von Dir schon angesprochenen: 4 Hour Workweek / 4 Stundenwoche und Kopf schlägt Kapital. Zusätzlich: alltime bestseller ‘Think and Grow Rich’ von Napoleon Hill.

    Gruß!
    David

    • Hallo David. Achso… okay. Das kann natürlich sein. Ich kannte dieses Buch nicht. Aber ich denke, dass es im Grunde auch das selbe vermittelt wie “Rich Dad, Poor Dad”. Danke für den Hinweis.

      Und ja… an der Umsetzung happert es. Ich glaube, da bist du nicht alleine. Da kann man noch so gute Tipps geben. Im Grunde kennen wir sie ja sowieso alle. Aber wenn man sie dann nicht verfolgt und konsequent einhält… da hilft das schönste Planen nichts mehr :-) Da geb ich dir vollkommen recht :-)

  2. Hallo,

    das mit der Prokrastionation kenne ich aus eigener Erfahrung. Gibt es denn noch mehr Tipps wie diese 5 min Regel? Ich glaube ich muss das mal probieren.

    Gruß André

    • Hallo André. Ja.. die gibt es durchaus. Zum Beispiel die 30, 5, 30, 10, 30, 5, 30, 10,… Methode. Die so viel heißt wie: 30 Minuten Arbeiten, 5 Minuten Pause machen, 30 Minuten arbeiten, 10 Minuten Pause machen und so weiter… Ob’s funktioniert hängt sicherlich wieder von dem Menschen selbst ab :-)

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