Auswandern Thailand: Von München nach Phuket. Ein Interview
http://hangout-lifestyle.de/auswandern-thailand-von-muenchen-nach-phuket-ein-interview/ Gepostet von Flo in Lifestyle-Design, Motivation | 9 Kommentare
Heute ist es mal wieder so weit. Letzte Woche habe ich es angekündigt: Ich konnte Sebastian Prestele, seines Zeichens Blogger vom Traum-Reich-Werden-Blog für ein Interview gewinnen. Es ist zwar etwas lang geworden aber absolut lesenswert!
Für alle, die mit der Idee spielen nach Thailand auszuwandern, die kommen hier voll auf ihre Kosten. Von Infos im Straßenverkehr bis zu den Lebenshaltungskosten findet ihr hier alles ![]()
Übrigens: Alles Gute zum Geburtstag Sebastian! Nachträglich versteht sich. Er hatte am 8. Mai Geburtstag!
Jetzt aber viel Spaß im Interview:
Das Interview
Flo:
Servus Sebastian. Vielen Dank, dass Du dir Zeit genommen hast, dich ein paar kritischen Fragen von mir zu stellen. Thema ist “aus Deutschland entfliehen” oder wie immer man es nennen mag.
Aber Anfang aber möchte ich dich bitten, dich selbst kurz vorzustellen.
Sebastian:
Hi Flo. Erstmal vielen Dank für die Einladung zu diesem Interview.
Ich bin fast 28 Jahre alt (mein Geburtstag ist der 8. Mai, Geschenke sind willkommen ;-0) Geboren wurde ich in Dachau und aufgewachsen bin ich in Augsburg.
Seitdem ich 21 bin lebe ich auf der Insel Phuket in Thailand. Momentan bin ich dort als Regional Sales Manager bei einer internationale Handelsvertretung für den Bereich Südost- und Ostasien tätig.
Nebenbei, bin ich im Familien-Unternehmen Mangostil v.a. für die Logistik und den Einkauf zuständig.
Außerdem bin ich auch Blogger und schreibe über das reich werden auf meinem Blog TraumReichWerden.
Flo:
Du betreibst den Traum-Reich-Werden Blog. Was bedeutet für dich “reich sein”? Und was bewegte dich dazu, über dieses Thema online zu schreiben?
Sebastian:
Den TraumReichWerden Blog betreibe ich erst seit kurzem, ich habe den Blog im Februar 2011 gestartet, er ist also noch ganz frisch. Mit dem Thema reich werden, beschäftige ich mich schon seit einigen Jahren.
Reich sein bedeutet für mich, die finanzielle Freiheit zu haben, dass ich nur noch arbeiten muss, wenn ich es will und mir ein Leben zu ermöglichen, dass meinen Vorstellungen entspricht. Dazu gehören für mich keine, sagen wir kaum, materielle Dinge. Mir ist es nicht wichtig, Designerkleidung zu kaufen, das teuerste Auto zu fahren oder mit meinem Reichtum sonst irgenwie zu protzen. Ich möchte Zeit mit meiner Familie verbringen, ausgiebig reisen und meine Erfahrungen mit anderen teilen.
Bei meiner Beschäftigung mit Reichen und Erfolgstrategien habe ich festgestellt, dass der Weg zu materiellem Reichtum nur über inneren Reichtum führt, erst wenn wir uns selbst als Mensch immer weiter entwickeln haben wir die Möglichkeit reich zu werden und glücklich und zufrieden zu leben. Das interessiert mich und darüber schreibe ich auf dem Blog.
Flo:
Ich verfolge schon länger deinen Blog und habe natürlich mitbekommen, dass Du in Thailand wohnst. Warum hast Du dich dazu entschieden, nach Thailand auszuwandern?
Sebastian:
Das lustige ist eigentlich, dass ich nie im klassischen Sinne ausgewandert bin. Bei mir war das auch noch vor dem Boom der ganzen Auswanderer-Sendungen im Fernsehen. Ich bin 2004 nach Thailand gegangen um Tauchlehrer zu werden, nicht um auszuwandern. Das ich ausgerechnet nach Thailand gegangen bin war Zufall. Ich habe mit 17 meinen Tauchschein in Kroatien gemacht und ab da war für mich klar, ich will Tauchlehrer werden. In den nächsten 4 Jahren habe ich dann alle möglichen Kurse gemacht, bin regelmässig auch in unseren deutschen Baggerseen beim tauchen gewesen. Zu der Zeit machte ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger, wenn ich mehrere Tage frei hatte, z.B. nach Nachtdiensten, ging es meist nach Kroatien zum Tauchen. 2003 habe ich dann meinen Jahresurlaub 6 Wochen auf einer Tauchbasis in Kroatien gearbeitet, ohne Entgelt, nur für freies Tauchen.
Danach gab es nur noch ein Ziel, die Ausbildung beenden und ab ins Ausland, um Tauchlehrer zu werden. Ich habe mich dann nach Möglichkeiten umgeschaut, eine Ausbildung zum Tauchlehrer gegen Mitarbeit zu finden. Dabei stiess ich auf eine richtig grosse Basis in Thailand, bei der ich mich bewarb und auch direkt genommen wurde. Der Deal war der folgende: 6 Monate Assistentenzeit, volle Mitarbeit, dafür Ausbildung. 80 EUR Wohngeld und ab dem 4. Monat 100 EUR Gehalt, dazu Essen frei.
Genau einen Tag nach dem Ende meiner Ausbildung zum Krankenpfleger stieg ich dann in den Flieger nach Thailand. In Thailand oder überhaupt in Asien war ich davor noch nie. Ich dachte einfach, dass schau ich mir mal an.
Aus dem “schau mer mal” wurden dann doch bisher fast 7 Jahre.
Flo:
Ich habe ja selbst vor, zumindest über den Winter Deutschland zu verlassen und irgendwo in den warmen Süden zu fliegen. Thailand liegt ja ziemlich nahe. Vor allem wegen den günstigen Preisen. Könntest Du es generell begrüßen, 4 bis 6 Monate in Thailand zu verbringen? Ist das generell für so jemanden wie mich möglich?
Sebastian:
Thailand ist sicherlich eines der TOP – Länder zum Überwintern. Ich kenne neben vielen Vollzeit-Expats auch jede Menge Leute, die jedes Jahr für ein paar Monate in Thailand sind. Dazu gehören Rentner, die hier Überwintern, genauso wie Saisonkräfte im Tourismusgewerbe, Tauchlehrer, Animateure, Reiseleiter etc.
Grundsätzlich fände ich auch für mich eine Aufteilung zwischen Thailand und Europa ideal, das wird aber spätestens nach der Einschulung meines Sohns unmöglich sein. Für Dich 4-6 Monate in Thailand zu überwintern, sollte absolut möglich sein, vor allem, weil Du Dein Geschäft ja voll übers Internet abwickeln kannst.
Damit bist Du geographisch doch ungebunden. Mit Ausnahme von vielTee natürlich.
Das einzige Problem bei einem Langzeitaufenthalt ist das Visum. Normalerweise gibt es bei Einreise ein 30 tägiges Visum, danach muss man dann ausreisen und erhält bei Wiedereinreise über Land 15 Tage, das ganze kann man zweimal machen. Allerdings, ändern sich die Bestimmungen da ständig. Eine gute Variante wäre es über eine Sprachschule in Thailand Sprachunterricht zu buchen, wenn man da genügend Stunden bucht erhält man ein einjähriges Non-Immigrant ED, Educational, Visum. Kostet ca. 600 EUR pro Person, für Sprachunterricht und Visum. Sonst Touristenvisum 60 Tage vorher beantragen und dann ein bisschen in den Nachbarländer reisen, bevor man wieder nach Thailand geht. Vietnam, Kambodscha und v.a. Laos sind definitiv eine Reise Wert.
Flo:
Ich stelle dir gleich die konkreten Fragen um auf den Punkt zu kommen ![]()
Wie hast Du dich dort eingelebt? War es schwierig? Wie lange hast Du dazu gebraucht? Und vor allem: Wie sicher ist es für einen Europäer, dort zu leben?
Sebastian:
Für mich war das Einleben sehr leicht. Da ich direkt in ein Team mit Tauchlehrern und 4 anderen Tauchlehreranwärtern kam hatte ich direkt Anschluss und vieles wurde mir dadurch erleichtert. Wohnung finden, wo kauft man was, wie läuft das mit den Visa-Runs etc.
Der Kulturschock, wenn man so will, kam bei mir erst sehr viel später. Vieles was mich in der Anfangseuphorie nicht gestört hat, kam dann nach und nach. V.a. dass Gefühl einfach immer DER Ausländer, oder Farang, wie die Thais die westlichen Ausländer nennen, zu sein stört mich immer mehr. Aber auch die Rücksichtslosigkeit der Thais im Strassenverkehr und das fehlende Verantwortungsbewusstsein bei der Arbeit stören mich mittlerweile.
Aber es gibt ja überall Vor-und Nachteile und vieles kann man in einem Schwellenland auch gar nicht erwarten.
Zum Thema Sicherheit: Grundsätzlich ist Thailand sehr sicher zu leben. Solange man sich an die üblichen Regeln hält. Dunkle und einsame Ecken vermeiden und auch im Nachtleben einen klaren Kopf behalten und nicht mit Thais in einen Streit geraten.
Gefährlich ist vor allem der Strassenverkehr, der einfach nach anderen Regeln funktioniert als in Deutschland. Erlaubt ist dabei fast alles und man muss auch mit allem rechnen. Wer mit angepasster Geschwindigkeit vorrauschauend fährt und mit allem rechnet hat normalerweise keine Probleme.
Eine weitere Gefahrenquelle ist Strom, man sollte die Durchlauferhitzer im Bad genau anschauen, da hier oft marode Kabel zu nahe am Wasser sind und die wenigsten Thaiwohnungen eine ausreichende Erdung haben. Es gibt jährlich unzählige Todesfälle deswegen.
Flo:
Wie hoch sind die kosten für den Flug? Du fliegst ja auch oft nach Deutschland. Mit welcher Fluggesellschaft fliegst Du? Sammelst Du dabei Meilen, wie Tim Ferriss es im Buch vorschlägt?
Sebastian:
Flugkosten sind sehr variabel, Flüge kosten zwischen 400-1000 EUR pro Person da lohnt es sich ein bisschen herumzuschauen. Ich bin bereits mit diversen Airlines von Thailand nach Deutschland geflogen, ThaiAirways, Etihad, Malaysian Airlines, Quatar, AirBerlin. AirBerlin hat meist die günstigsten Flüge, wenn man früh genug bucht, aber auch den geringsten Sitzabstand und schlechtesten Service der genannten. Ich würde mit einer arabischen Airline fliegen, wenn der Zwischenstop in den VAE akzeptabel ist, sonst mit MalaysianAir über Kuala Lumpur.
Grundsätzlich kann man sagen, je flexibler man mit der Reisedauer ist, desto günstiger.
Meilen sammle ich bei der Thai, da ich mit dieser Airline auch die meisten meiner innerasiatischen Flüge mache. Einen Freiflug nach Europa habe ich auf jeden Fal drin ![]()
Flo:
Wie sieht es mit der Sprache aus? Ist es eher schwieriger, wenn man kein Thai kann oder reicht Englisch in den meisen fällen aus?
Sebastian:
Man kommt in Thailand mit Englisch durch, solange man in touristischen Gegenden bleibt, abseits davon wird es meist sehr schwer, bis unmöglich. Es empfiehlt sich immer ein bisschen Thai zu lernen, das macht Spass und man kommt mit den Thais in Kontakt, die da meist sehr positiv darauf reagieren.
Wenn man länger im Land bleiben will, dann ist es für mich eigentlich ein Muss die Sprache zu lernen. Ich kenne aber zahlreiche Beispiele von Leuten, die jahrzentelang in Thailand leben und kein Thai können.
Ich habe von Anfang an versucht soviel Thai wie möglich zu lernen und spreche mittlerweile fliessend, wenn auch nicht perfekt. Pareto lässt grüssen *g*
Ein Sprachkurs in Verbindung mit dem bereits erwähnten Non-ED Visum würde bei einem mehrmonatigen Aufenthalt Sinn machen.
Flo:
Wie hoch sind in etwa die Lebenshaltungskosten (konkret: Essen, Waschen, Wohnen, etc.)?
Sebastian:
Lebenshaltungskosten sind sehr unterschiedlich, dies hängt von der Gegend ab, Phuket ist deutlich teuerer als Bangkok oder Chiang Mai. Aber auch von den eigenen Standards. Ich habe in Thailand schon von 100 EUR im Monat gelebt, allerdings ohne Miete, ich kenne aber auch Leute die zahlen 3000 EUR nur an Miete für eine Luxusvilla.
Momentan gebe ich alles zusammen, inklusive Versicherungen, Auto, Miete, Essen etc. ca. 1200 EUR im Monat aus, für mich und meine Frau und unseren Sohn.
Meiner Meinung nach sollte man aber mit ca. 600 EUR im Monat zurecht kommen.
Das schöne an Thailand ist, dass Essen gehen billiger ist als selbst zu kochen. Ein Thaitellergericht kostet 50 Cent, ein Thaiessen mit mehreren verschiedenen Gerichten, inkl. Seafood, für zwei Personen kostet mit Getränken 20 EUR. Europäisches Essen beginnt bei ca. 2 EUR für ein Tellergericht. Nach oben gibt es keine Grenzen.
Wohnen ist ebenfalls preiswert. Es gibt sehr einfache Wohnungen, ab 100 EUR im Monat. Einfache Bungalows gibt es ab 150 EUR im Monat. Ein Haus mit 3 Schlafzimmer in einer Gated Community, mit Kommunalpool, ab 350 EUR im Monat.
Flo:
Wo könnte man am besten unterkommen? Gibt es in Thailand eventuell konkrete Einrichtungen/Hotels, die sich auf die “Überwinterung von Europäern” eingerichtet haben? Oder sollte man sich besser selbst auf die Suche nach Wohnungen machen? Wo wäre der beste Ort, rein aus deiner Erfahrung heraus?
Sebastian:
Wo in Thailand man unterkommt hängt von den eigenen Ansprüchen ab. Meer, Berge, Stadt, Nachtleben, einfaches Leben unter Thais? Die meisten Europäer leben entweder in Bangkok, Chiang Mai, Pattaya, Phuket oder Koh Samui. Alle diese Orte haben den Vorteil, einer guten Infrastruktur für Ausländer. Mit europäischem Essen, englischsprachig, Krankenhäuser, Flughafenanbindung etc.
Da würde ich Euch empfehlen, erst einmal zu überlegen was Euch da wichtig ist und dann in die entsprechenen Orte zu fahren und Euch umzusehen, ein paar Tage zu bleiben, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Flo:
Wie sieht es mit einem Internet-Anschluss aus? Kann man ihn leicht einrichten? Aus Chris Ducker’s Blog weiß ich z.B. dass er mehrere Internet-Anschlüsse hat weil die vereinzelt immer wieder ausfallen. Wie ist das in Thailand?
Sebastian:
Internetanschluss ist relativ einfach zu bekommen, entweder er ist schon in der Wohnung installiert, oder man muss dem Vermieter darum bitten einen zu organisieren. Internet, bzw. auch der Strom fällt immer mal wieder für einige Stunden aus. Momentan wird auf Phuket eine neue Hochstromleitung verlegt und 2x im Monat ist dann von morgens um 9.00 bis ca. 16.00-17.00 der Strom weg.
Da hilft dann Internetcafe, Starbucks oder ähnliches, wenn es denn notwendig ist. Mehrere Internetanschlüsse würde ich mir nur holen, wenn ich aktives Daytrading oder ähnliches betreiben würde. Oder meine Arbeit sonst zu 90% auf eine 100% Internetvebindung angewiesen wäre.
Flo:
Wie sind die Menschen generell drauf? Eher lässig (wie in Australien)? Wie gehen diese Menschen mit dem Thema Arbeit und Freizeit um?
Sebastian:
Generell sind die Thais freundlich und uns Ausländer gegenüber eher zurückhaltend. Thais sind stark geprägt durch die Begiffe “Sanuk” = Spass, und “Sabai” = bequem, sowie ihre “Mai bpen rai” Einstellung, was soviel wie kein Problem bedeutet.
Das heisst einerseits, dass Thais gerne viel Spass haben, gerne zusammensitzen und essen, trinken und Karaoke singen und vieles sehr locker sehen. Andererseits bedeutet das aber auch, dass die Arbeitseinstellung und das Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitsdenken für Europäer völlig unverständlich ist. Schiefe Wände und fehlende Sicherungen beim Hausbau, ohne Licht nachts in der Kurve überholen, von einem Tag auf den anderen ohne etwas zu sagen nicht mehr zur Arbeit erscheinen, für Thais alles „Mai Bpen Rai“.
Alles in allem leben Thais viel mehr in den Tag hinein, Planung gibt es keine. Das ist in den verschiedensten Bereichen in Thailand jeden Tag zu sehen und zu spüren.
Ganz wichtig ist bei Thais die Wahrung des Gesichts, dazu gehört u.a. auch ruhig zu bleiben, auch in Konfliktsituationen. Thais lächeln da einfach weiter, auch wenn sie innerlich kochen. Das Problem damit ist aber, dass wenn das Fass überläuft, die Reaktion extrem heftig ausfällt, was v.a. unter Alkohol oder Drogeneinfluss immer wieder zu Morden führt.
Da die meisten Thais 6 Tage die Woche arbeiten ist die Freizeit recht beschränkt. Hobbies, im westlichen Sinn oder aktiv Sport treiben aus Fitnessgründen, wird erst ganz langsam bei der sich bildenden Mittelschicht ein Thema. Bangkok ist da Vorreiter, auf dem Land ist dies noch gar nicht angekommen.
Flo:
Hat die thailändische Mentalität auf dich abgefärbt? Arbeitest Du auch Samstags/Sonntags? Oder wie richtest du das ein?
Sebastian:
Anfangs fand ich die thailändische Mentalität, dieses in den Tag hinein leben und diese „des passt scho“ Einstellung super, denn das entsprach anfangs genau meiner eigenen Einstellung, mit der ich in Deutschland, verständlicherweise, nicht so weit gekommen bin. Mittlerweile, nervt es mich aber in vielen Bereichen und hat vor allem auch dazu geführt mich selbst zu disziplinieren. Wo ich allerdings einiges von den Thais lernen konnte ist mich nicht über Kleinigkeiten aufzuregen. Einfach ruhig bleiben.
In meinem Job arbeite ich normalerweise Montag – Freitag, ausser ich bin auf Geschäftsreise. Da ich aber als Tauchlehrer teilweise 6,5 Tage Wochen, manchmal einen Monat lang mit einem freien Tag, gearbeitet habe, sehe ich Wochenende mittlerweile ganz anders. Zwei Tage am Stück frei zu haben ist wie ein Kurzurlaub!
Überhaupt ist bezahlter Urlaub ein echter Luxus. Ich habe 4 Jahre keinen bezahlten Urlaub gehabt, wir waren sogar gezwungen einen Monat unbezahlten Urlaub zu nehmen.
Am Wochenende arbeite ich für meine Nebenprojekte, wie auch z.B. den Blog oder Mangostil. Das sehe ich aber nicht wirklich als Arbeit, weil es mir Spass macht. Aber E-Mails beantworten oder Abrechnungen, das kommt am Wochenende nicht in Frage.
Flo:
Auf deinem Blog steht, dass du ja schon einmal ein Unternehmen gegründet hast. Leider ist daraus nichts geworden. Ich finde es Prima, dass du so ehrlich bist und das mit deiner Leserschaft teilst. Nichts desto trotz hast Du ja schon wieder gegründet. Wie gehst Du mit der Zeiteinteilung um, wenn du ja “nebenbei” noch als Arbeitnehmer arbeitest?
Sebastian:
Ja, das Problem bei meinem letzten Gründungsversuch lag ganz eindeutig bei mir. Schlechte Planung und mangelnde Disziplin haben das Projekt scheitern lassen. Daraus habe ich aber einiges über mich selbst und meine Schwächen gelernt und konnte an mir arbeiten. Um nebenbei etwas aufzubauen ist Planung und Disziplin das A und O.
Mittlerweile, stehe ich morgens um 6.00 Uhr auf, gehe joggen, mache meine Affirmationen und lege mit meinem Hauptziel des Tages los. Ein Vorteil den ich habe ist, dass ich jeden Morgen von zu Hause arbeiten kann und ich erst ab 14.00 Uhr ins Büro gehe. So kann ich morgens einiges erledigen.
Zudem habe ich vor kurzem einen Lebensplan erstellt, der u.a. auch eine Jahres, Quartals und Monatsplanung beeinhaltet, die dann auf Wochen und Tage aufgeteilt wird. Damit weiss ich genau was ich zu tun habe. Jeden Abend erstelle ich mir dann die To Do Liste für den nächsten Tag. Bisher klappt es damit gut, aber ich bin noch am FineTunen.
Flo:
Was machst Du am liebsten in Thailand?
Sebastian:
Am liebsten verbringe ich meine Zeit mit meiner Familie, meiner wunderbaren Frau und unserem 7 Monate alten Sohn. Wie die meisten Thais, gehe ich sehr gerne Essen v.a. in Thairestaurants, direkt am Meer. Es gibt auf Phuket soviele Restaurants, Thai wie Internationale Küche, dass man das ganze Jahr über jeden Tag woanders essen gehen könnte ohne sich wiederholen.
Ausserdem fahre ich auch einfach gerne mit dem Moped durch die Gegend, geniesse die Freiheit und die schöne Aussicht.
Flo:
Ich würde zwar gerne auswandern, aber meine Freundin zieht da (noch) nicht so ganz mit. Zum Schluss also: Was ist dein Resümee zum Thema “Auswandern”? Was war cool, was nicht? Würdest du es nochmals machen? Gab es interessante Momente von denen du für die Zukunft gelernt hast / die dich geprägt haben? Deine 3 Top-Empfehlungen für jeden zukünftigen Auswanderer sind:…
Sebastian:
Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt ins Ausland damals gemacht habe. Immerhin habe ich damit zwei meiner Ziele, meiner Träume verwirklicht, Tauchlehrer zu werden und im Ausland zu leben und zu arbeiten. Die meisten reden davon, ich habs gemacht und darauf bin ich stolz. Die Zeit hier in Thailand war sehr prägend für mich. In Thailand wurde ich erst richtig ich
Insofern würde ich es jederzeit wieder machen.
Erlebnisse gibt es so viele, die würden den Rahmen dieses Interviews bei weitem sprengen. Die positiven Erfahrungen überwiegen aber meilenweit.
Zwei meiner Schlüsselerlebnisse waren in meiner Zeit als Tauchlehrer, in der ich absolut pleite war und 6 Wochen lang von 150 EUR gelebt habe. Und die Einweihungsfeier bei meinem damaligen Chef kurz danach, bei der ich realisierte, dass nur sein Carport allein schon so gross war, dass ich meinen kleinen Bungalow, indem ich damals wohnte, 3x hätte reinstellen konnte.
Da waren 3 Dinge für mich klar: ich werde reich, ich werde nie mehr pleite sein und reich wirst Du nicht als Angestellter.
Meine Top 3 Empfehlungen für Auswanderer:
- Wenn Du es wirklich willst, worauf wartest Du, mache es einfach
- Lerne die Landessprache so schnell es geht und informiere Dich über die Kultur, das erleichtert das Einleben und den Umgang mit den Einheimischen und macht sehr viel mehr Spass
- Halte Kontakt nach Deutschland zu Familie und Freunden, ich habe das v.a. in den ersten 2 Jahren ganz schön vernachlässigt
Flo:
Vielen Dank Sebastian für dieses überaus informative Interview. Ich hoffe, wir bleiben weiterhin in Kontakt und sehen uns sogar einmal (eventuell auf Phuket).
Für alle anderen gilt: Habt ihr noch Fragen an Sebastian? Dann immer her damit
Das könnte Dich auch interessieren:
- Ist arbeiten von zu Hause unsozial?
- Arbeiten von zu Hause: Ein Interview mit dem Blogprofi Michael Firnkes | Hangout Lifestyle Design
- Interview mit Michael Firnkes von meinstartup.com
Flo empfiehlt:
- Geld verdienen im Internet: Langzeitpflege der Nischenwebsite (Schnell Geld Verdienen Blog)
- Die eigene Internet-Seite aufbauen mit WordPress – SCHNELL GELD VERDIENEN – Der Blog | SCHNELL GELD VERDIENEN – Der Blog (Schnell Geld Verdienen Blog)

























Schönes Interview! Thailand kenne ich eher nur als Tourist, von daher bin ich sehr dankbar über die Einblicke in das Alltagsleben. Alles Gute weiterhin!
@Flo irgendwie aktualisiert sich dein RSS Feed seit dem 4. Mai nicht mehr…
Servus Robert und danke für deinen Kommentar. Das Interview ist echt genial. Ich war super froh, dass Sebastian sich hier “ausgelassen” hat
Was? Mein RSS-Feed geht nicht mehr? Das ist ganz schlecht… hm. Ich schau’s mir mal an. Vielen Dank für die Info
Jetzt geht er wieder! (der RSS Feed)
Gefällt mir!
War tatsächlich ein URL-Fehler von der alten florian-simeth.de Domain. Da hab ich vor ein paar Tagen die Weiterleitung aufgehoben
Blöd, aber man kann nicht alles im Kopf haben. Danke nochmal für den Hinweis 
Hallo Robert,
freut mich, dass Dir das Interview gefällt. Wenn Du noch Fragen zu Thailand oder dem Auswandern hast, immer her damit
und Flo, danke nochmals für das Interview, es hat mir echt Spass gemacht, die Fragen zu beantworten.
Gruss,
Sebastian
Hallo Flo,
…
schönes Interview. Kenne Thailand bisher nur aus dem Urlaub. Kann aber vieles bestätigen. Habe beim Lesen richtig Lust bekommen. Leider hält mich im Moment noch zu viel in Deutschland. Angefangen vom Job bis hin zur Freundin …
War tatsächlich ein schönes Interview und kann viele unterstützen, was Sebastian da gesagt hat.
Ich selbst pendle seit einigen Jahren zwischen Deutschland und Thailand hin und her. Sprache (echt schwer!) und Wissen über das Land und Leute sind essenziell!! Und sich über die verschiedenen Phasen klar zu sein, die man als Auswanderer durchlebt, macht die Sache auch einfacher. Auf jeden kommen hier immer wieder Belastungen zu.
Würde übrigens noch sehr, sehr gute Vorbereitung hinzunehmen! Ämter, Versicherungen, Finanzen… und ein gutes Netz von gleichgesinnten, bei denen man nachfragen und sich ausheulen kann, wenn was nicht läuft
Trage mich zwar mit dem Gedanken, zumindest für einige Zeit vollständig dort zu leben, kann mich bis heute aber nicht dazu durchringen, meine Heimat vollkommen hinter mir zu lassen…
LG, Andrea
Hallo Andrea und danke für deinen Kommentar.
Man muss ja nicht unbedingt seine alte Heimat für immer verlassen. Ganz im Gegenteil: Heute stehen einem ja alle Möglichkeiten offen
Ich befasse mich nun seid genau 3 Monaten mit dem Affiliate-Marketing.
Geld muss man sich immernoch erarbeiten und deshalb sind alle anderen Online-Verdienste meiner Meinung nach
unrentabel bzw unseriös.
Durch verschiedenste Internt-Plattformen werbe ich nun bestimmte Firmen oder Betreiber eigener webseiten und konnte zusätzlich zu meinem
derzeitigen Ausbildungsgehalt einen Nebenverdienst von 885€ auf meinem Konto verzeichen.
Das ganze lässt sich nach und nach noch weiter Ausbauen, ich kann mir also durchaus vorstellen später auch davon zu leben.
Ich muss dazu sagen das dieses ganze Unterfangen viel Zeit und Arbeit mit sich bringt, vorallem muss man erstmal in die Materie einsteigen wenn man Neuling auf diesem Gebiet ist.
AUf Superclix könnt Ihr nach kostenloser Anmeldung einen passenden Werbepartner finden, welcher euch für Klicks, Käufe oder auch Anmeldungen vergütet.
Geld verdienen mit Ihrer Homepage und über 650+ Partnerprogramme von SuperClix!