Foto: Flickr-User: Nono Fara

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Vielleicht geht’s Ihnen ja wie mir: ständig schwirren Ihnen irgendwelche coolen Ideen durch den Kopf. Irgendwann schaffen Sie es aber nicht mehr, an etwas anderes zu denken. Sie finden genau diese Idee einfach nur noch genial und erzählen Ihren Freunden nur noch von dieser Idee. Sie denken wirklich: Verdammt, die Idee ist absolut gut! - Gut so – Sie sind auf dem besten Wege ein Entrepreneur zu werden!

Sie wissen bestimmt, von was ich rede. Das Hirn rattert, man macht sich Notizen, zeichnet wild in seinem Block herum und natürlich schwärmt man schon von dem Erfolg, den man dann haben wird, wenn die Idee umgesetzt ist. Aber ganz so leicht ist es meist nicht. Denn das mentale “dabei bleiben” ist gar nicht so leicht, wie der anfängliche “Rausch der Ideen” es darstellt. Die Ideen sollten im Hirn auftauchen und am besten innerhalb der nächsten zwei Stunden umgesetzt sein. Das wär genial und man könnte überdies auch viel mehr testen :-)

Naja. Es ist eben so: nach kurzer Zeit bestimmt aber nach ein paar Tagen ist die Motivation, diese Idee zu verfolgen, einfach weggeblasen. Man zweifelt so sehr daran und teilweise an sich selbst, dass man am sie am besten wieder verwerfen möchte. Viele Menschen tun das leider in dem Moment. Ich finde es schade, dass diese Ideen nicht weiter entwickelt werden. Vor allem aber bin ich mir sicher, dass aus vielen Ideen etwas werden kann, wenn man nur selbst daran glaubt und sich natürlich auch darum bemüht.

Ich zeige Ihnen, warum das eigentlich so ist. Warum man also seine Ideen, die man selbst so toll findet, immer wieder verwirft. Ich glaube, wenn man das mal verstanden hat wirft man die Idee nicht mehr so schnell über Bord.

1. Sie sehen keine Ergebnisse

Ideen brauchen Zeit um zu reifen. Genauso wie ein Wein Zeit braucht um später einfach lecker zu schmecken.

In einer Zeit, in der aber immer alles am besten schon gestern fertig gewesen sollte, kommt immer wieder das Gefühl auf, man müsse ständig an der Idee arbeiten, noch schneller sein und so weiter. Der Leistungsdruck in Deutschland ist hierbei besonders groß. Wenn Sie eine Idee für ein Produkt haben, dann brauchen Sie dazu Zeit, es zu entwickeln. Wenn Sie ein unausgereiftes Produkt auf den Markt werfen wird Ihnen das später ohnehin teuer zu stehen kommen.

Am besten Sie machen sich zu diesem Zeitpunkt klar, wo Ihre Ziele liegen und was Ihre Idee Ihnen am Anfang wert war.

Da ich mit meiner Freundin selbst gerade an einer Idee für ein Produkt arbeite weiß ich besonders um dieses Problem Bescheid. Die Lösung die wir uns zugelegt haben: einfach eine Art “Roadmap” aufzeichnen. Also Stück für Stück aufmalen, wann Sie welches Ziel erreichen wollen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass Sie sich Gedanken darüber machen, wann Ihr Produkt oder Ihr Service “fertig” sein soll sondern Sie üben auch Druck aus. Sie wissen genau, welcher Schritt als nächster in der Liste auftaucht und können sich darauf vorbereiten.

2. Sie wissen nicht, was als nächstes zu tun ist

Diesen Punkt können Sie schon mal getrost überspringen, wenn Sie in Schritt 1 einen Plan gefertigt haben. Wenn Sie sich nämlich am Anfang bereits klar geworden sind, welche Schritte Sie nacheinander abarbeiten müssen, um an’s Ziel zu kommen, fällt es Ihnen später um einiges leichter am Ball zu bleiben.

Das Problem ist, dass Sie Ihre Idee einfach nicht mehr weiter verfolgen, weil Sie nicht wissen, was zu tun ist. Sie lassen die Idee links liegen, was natürlich sehr schlecht ist für Ihren Erfolg.

Sie werden schon sehen, dass es funktioniert. Bleiben Sie nur am Ball und werfen Sie ab und zu einfach einen Blick auf Ihre Roadmap.

3. Sie finden die Idee plötzlich schlecht

Den Moment kennen wir alle:

  • War es richtig, was wir gemacht haben?
  • Da gibt’s schon ein ähnliches Produkt… was ist, wenn mein eigenes floppt?
  • Es ist einige Zeit vergangen und die Idee ist schon fast wieder “alt”.
  • und so weiter.

Natürlich hat man diese Gedanken und natürlich werden sie immer wieder in unseren Köpfen auftauchen. Man sollte sich aber im klaren sein, dass die Idee selbst auch nur in unseren Köpfen existiert. Niemand hat sie je gesehen, gehört oder gespürt. Sie müssen also an Ihren Erfolg glauben und das Produkt erst einmal auf den Markt bringen um entscheiden zu können, ob es schließlich gut war oder nicht. Angst vor Misserfolg ist ganz normal. Sie sollten mit Misserfolg aber umgehen, wie die Profis: auch wenn etwas schlecht war, Sie können jederzeit daraus lernen und werden reifer für die nächste Idee!

Trotzdem: wie bekommt man diese dummen Gedanken aus unseren Köpfen? Ganz einfach: durch gegenteilige Gedanken. Denken Sie positiv! Jederzeit. Ich lese dann gerne Bücher über Leute, die erfolgreich waren und die Ihre Geschichte erzählen. Darin erkennt man tatsächlich immer wieder, dass die (jetzt) Erfolgreichen auch immer wieder auf die Schnauze gefallen sind und das keine Seltenheit ist.

Denken Sie immer daran: was ist das schlimmste, was Ihnen passieren kann? Nichts! Probieren Sie’s einfach aus. Wenn Sie nichts tun, werden Sie auch nichts erreichen. Its as simple as that!

4. Ihre Motivation lässt nach

Egal warum aber plötzlich lässt die Motivation extrem nach. Sie zweifeln an der ganzen Idee, an Ihnen selbst. Was kann man dagegen tun?

  • Vielleicht haben Sie zu oft oder zu lange an der Idee gearbeitet. Jeder Mensch braucht mal eine Pause. Nach einer Pause von ein/zwei Tagen gehts Ihnen sicherlich wieder besser und die Motivation kehrt zurück.
  • Schaffen Sie Motivation. Hängen Sie sich Bilder von Ihren Zielen an Ihrem Arbeitsplatz auf (z.B. Ihre Vorstellung von einem Haus am Meer, oder ähnliches). Oder arbeiten Sie mit Zitaten die Sie immer dann lesen, wenn Sie einen Motivationsschub brauchen.
  • Wie bereits erwähnt: lesen Sie ein Buch, welches Sie inspiriert und motiviert. Meine Favoriten sind “Die 4 Stunden Woche” oder “Kopf schlägt Kapital“.
  • Erinnern Sie sich daran, warum Sie Ihre Idee am Anfang so genial fanden. “Damals” haben Sie sich ausgemalt, wie geil das Leben würde, wenn die Idee umgesetzt ist. Erinnern Sie sich daran!
  • Wenn man selbst deprimiert ist hilft es am besten, wenn Sie mit jemanden darüber reden. Vor allem aber mit Gleichgesinnten die viel von Ihrer Idee halten. Die meisten Menschen muntern Sie auf und empfehlen Ihnen sogleich, an Ihrer Idee festzuhalten.

5. Jemand anderes macht das selbe wie Sie

Wenn Sie das Gefühl haben, jemand hätte Ihre Idee gestohlen, machen Sie sich klar: das macht überhaupt nichts. Nur weil Intel Prozessoren herstellt heißt das nicht, dass AMD das jetzt auch nicht mehr machen darf.

  • Überhaupt: wenn jemand die Idee (oder eine ähnliche) schon umgesetzt hat, dann sehen Sie, dass ein Markt vorhanden ist. Wenn das Produkt/der Service dann noch ankommt, dann wissen Sie erst recht, dass es sich lohnt, weiter zu arbeiten.
  • Die Frisören-Theorie: haben Sie schon mal nachgesehen, wie viele Friseursalons sich in Ihrer nächsten Stadt befinden? Suchen Sie beispielhaft mal nach Frisören in München bei Google Maps. Trotz der großen Dichte an Wettbewerbern eröffnen dort täglich neue Salons.
    Und wenn Ihre Idee um einiges besser ist (und es muss nicht einmal was extrem innovatives sein): es wird immer jemanden geben, der Sie nachahmen will.
  • Nicht zuletzt: Sie müssen besser sein als andere. Denken Sie immer darüber nach, warum Kunden gerade zu Ihnen kommen sollen. Was bieten Sie an, was kein anderer hat? Welches Problem  können Sie am besten lösen?

 


4 Kommentare

  1. Tom Glasauer

    Sehr schöner, durchdachter Artikel!

    Zu 1.: Das nennt man Zielmanagement ;-)

    Zu 2.: In einer späteren Phase (wenn man aus der Orientierungsphase in die Planungsphase geht) kann ein Businessplan hierbei helfen.

    Zu 3.: Das geht mir auch so. Früher kam das oft daher, dass ich mit Personen gesprochen habe, die mir dann abraten wollten. In der Zwischenzeit rede ich nur noch mit Personen, die mich unterstützen. Des weiteren notiere ich mir die positiven Aspekte einer Idee, und überlege in einer Zweifel.Phase, ob ich damals Blödsinn gedacht habe oder ob die Argumente noch OK sind.

    Zu 4: Bei mir lässt die Motivation meist nach, wenn ich mir den gesamten Weg ansehe, den ich bei der Verwirklichung der Idee gehen muss. Mit hilft dabei das Buch “Mäusestrategie” (Link: http://www.amazon.de/gp/product/3720521222?ie=UTF8&tag=den-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3720521222). Der wichtigste Satz darin: “Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?”

    5: Richtig: Wenn ich nicht sowieso plane, besser zu sein, als andere, brauche ich nicht anzufangen!

    • Hallo Tom,
      Vielleicht wäre es besser, wenn man “Businessplan” eher als deutsches Wort nutzen würde: “Geschäftsplan”. Dann macht es die negativen Assoziationen den gar aus. Immerhin würde man ihn dann eher als “(Zeit-)Plan für die Geschäftsidee” sehen, der durchaus seine Berechtigung hat (und auch sehr sehr sinnvoll ist).

      Das beste ist, wenn man nur noch mit Personen redet, die einen irgendwie mental “pushen” ist, dass man selbst diese Art zu denken annimmt. Irgendwann bräuchte man sozusagen gar keine Freunde mehr (!) die dies machen, denn dann löscht man negative Gedanken irgendwie selbst leichter aus.

  2. Dr.Teppich

    Moin,

    sehr guter Artikel! Du schreibst mir quasi aus der Seele :-)
    Zu sehen, dass da draußen noch andere Menschen sich intensive Gedanken über solche Themen machen, motiviert schon sehr und es bestärkt weiter zu machen!

    Letztendlich darf man nur nicht aufgeben. Aber so gut wie jeder wird an den von Dir beschriebenen “Stationen” früher oder später ankommen und da ist es wirklich hilfreich so einen Artikel zu lesen – Um sich eben neue Motivation zu holen oder zu gucken wie haben andere solche Probleme bewältigt.

    Gruß

    • Hallo Dr. Teppich :-)
      herzlichen Dank für deinen Kommentar. Yepp… ich mache mir sehr viele Gedanken zu dem Thema. Und… es ist echt schwer, durch zu halten. Deswegen gebe ich dir voll und ganz recht: immer wieder lesen, lesen, lesen :-) Damit kann man sich schnell wieder aufrappeln und sich selbst motivieren.

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