3 Dinge, die ein Unternehmer in einer Rezession nicht tun soll
http://hangout-lifestyle.de/3-dinge-die-ein-unternehmer-in-einer-rezession-nicht-tun-soll/ Gepostet von Flo in Entrepreneur werden, Erfolg, Karriere, Zeit | 4 Kommentare
Leider ist es so und wir können ihr nicht entkommen: die Rezession. Auch besser bekannt als “Wirtschaftsflaute“. Man kann nichts dagegen tun, aber leider wird man oft dazu verleitet, das falsche zu tun. In diesem Beitrag möchte ich auf drei typische Dinge hinweisen, die meist nicht nur falsch sind sondern häufig auch unlogisch sind. Ich gehe davon aus, dass Sie einen Kundenstamm besitzen. Falls nicht: auch nicht so schlimm. Natürlich weiß ich, dass Sie in naher Zukunft einen riesigen Kundenstamm haben werden. Auch in diesem Fall können Sie von diesem Beitrag profitieren. Es ist natürlich nie schlecht von Fehlern anderer zu lernen.
Wenn ich mich in meiner Heimatgemeinde umschaue dann sehe ich folgendes:
- viele mittelständische Firmen,
- die eine Unmenge an Geld verdienen
- und in der Rezession eigentlich immer gut dastehen
Warum ist das so? Sie alle haben sich spezialisierst, machen also die ganze Zeit nichts als das gleiche. Das würde man glauben, aber die Wahrheit ist, dass diese Firmen sich immer weiter spezialisieren und natürlich auch viel Geld in die Forschung und die Weiterentwicklung ihrer Spezialisierung hängen. Sie bauen so ihren Standpunkt immer weiter aus und werden (auf ihrem Gebiet) immer stärker.
Eine von diesem Firmen ist z.B. die Mesutronic GmbH. Sie hat nur 95 Mitarbeiter und ist einer der weltweit führenden Hersteller von Metalldetektoren. Leider findet man viel zu wenig Informationen über Mesutronic bzw. generell über “kleinere Firmen”. Mehr dazu aber im Artikel: Reich durch Spezialisierung.
Nun aber zu den eigentlichen Punkten, die man nicht tun sollte.
1. Sie tun den Kunden einen gefallen
Die wirtschaftliche Lage ist angespannt und die Mesutronic möchte um jeden Preis ihre Maschinen auslasten. Ein Kunde kommt auf die Idee: wenn die Firma gute die Metalldetektoren bauen kann, dann kann sie sicherlich auch andere Metallgegenstände oder Geräte gut bauen. Sie fordert sie also auf, ein neues Gerät zu bauen. Was würde passieren? Die Mesutronic müsste viel Geld in den Umbau der Maschinen stecken. Natürlich würde man sein Portfolio erweitern aber man wäre dann plötzlich nicht mehr so stark im Marktsegment der Metalldetektoren. Weniger Kapital bedeutet auch, dass weniger Geld für die Weiterentwicklung der Kernkompetenzen zur Verfügung stünde.
Es ist klar: beide Fälle könnten auftreten. Einerseits könnte die Firma gestärkt aus der Krise hervorgehen oder aber auch untergehen. Denn es gibt ja auch noch die Konkurrenten: diese haben natürlich die Möglichkeit aufzuholen wenn sich Mesutronic plötzlich in einem anderen Markt tummelt.
Wenn Sie selbständig sind, dann kennen Sie das bestimmt. Sie haben Ihrem Kunden schon bewiesen, dass Sie z.B. sehr gut Websites designen können. Plötzlich bemerkt der Kunde, dass Sie generell geschickt im Umgang mit PC’s sind. Was bietet er Ihnen wohl als nächstes an? Genau! Dass Sie am besten auch gleich noch seinen PC reparieren, wenn Sie denn schon mal da sind.
Wie man sieht passiert das nicht nur in wirtschaftlich schlechten Situationen sondern auch dann, wenn Sie Stärke beweisen können.
Sie sollten Ihren Kunden niemals einfach nur einen Gefallen tun. Es ist nicht Ihre Aufgabe. Es ist gefährlich, Halbwissen anzuwenden. Vergessen Sie nicht: auf jedem Gebiet gibt es auch Spezialisten. Sie verdienen ohnehin mehr, wenn Sie das anwenden, was Sie perfekt können. Ihr Kunde wird es Ihnen nicht übel nehmen. Das spart nicht nur Zeit sondern auch viele viele Nerven.
2. Sie nehmen einfach jeden Auftrag an
Gefährlich ist es ebenfalls, wie oben beschrieben, einfach alle Aufträge anzunehmen. Egal welcher Preis dabei ausgehandelt wird. Sicherlich ist es so, dass wir immer dazu tendieren, das eigene Überleben zu sichern. Trotzdem dürfen wir nicht raffgierig werden. Bleiben Sie menschlich. Geld ist nicht alles, was es auf der Welt gibt. Sie können Ihre Kräfte viel sparender und effizienter Einsetzen und dabei genauso viel Gewinn machen. Hier ist es wieder umso wichtiger, dass Sie sich regelmäßig klar sind, welche Ziele Sie sich gesetzt haben. Die Frage: “Was wollen Sie erreichen?” soll immer im Vordergrund stehen. Wenn Sie keine Ziele haben, dann denken Sie erst einmal darüber nach.
3. Überarbeitung aus Sicherheitsdenken
Wir versuchen nicht nur, ständig unser Überleben zu sichern. Wir wollen uns ständig auch in Sicherheit wiegen. Wir wollen immer, dass wir Gesund sind, wir wollen dass unser Auto funktionieren, dass wir viel Geld haben, das das Hotel sicher ist, in dem wir im Urlaub wohnen und so weiter. Wir wollen von zu Hause arbeiten, weil es bequem ist. Wir wollen aber genauso mobil sein.
Das heißt: Sie reparieren vielleicht doch den Computer Ihres Kunden, weil Sie denken, Ihnen entgeht eine wertvolle Einkommensquelle. Kerstin Friedrich fand z.B. in Ihrem Buch Erfolgreich durch Spezialisierung heraus, dass diese Art von Einkommensbeschaffung ganz und gar nichts zur Risikominimierung beiträgt. Das ist nur logisch. In welcher Situation kommt wohl das beste Wiener Schnitzl heraus? Wenn der Koch gleichzeitig das Spiel Deutschland gegen Südafrika anschaut, dabei seinen Videorekorder programmiert und nebenbei kocht oder derjenige, der sich nur auf das Schnitzel konzentriert?
Im Großen und Ganzen ist es immer sinnvoller seine Kräfte zu fokussieren und das zu machen, was man am besten kann. Sicher durch die Krise kommt man dann, wenn man neue Ideen sammelt und auf seine Weise umsetzt. Wenn jemand gut programmieren kann, dann entwirft er eine Software für spezielle Nischenmärkte, die in einer Wirtschaftskrise boomen. Und nicht indem er die PC’s in seiner Nachbarschaft repariert. Man muss eine freie Zeit nutzen um auf Entdeckungsreise zu gehen. Das bringt viel mehr als seine freie Zeit mit kleinen Aufgaben oder Gefälligkeiten zu “verschwenden”.
Immerhin: auch Sie brauchen manchmal eine Verschnaufpause. Nutzen Sie die Rezession vielleicht mal, um in Urlaub zu fliegen.
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Kein Witz: Seit Erscheinen dieses Artikels habe ich bereits 2 Angebote zu solchen “Nebentätigkeiten” abgelehnt – Der Unterschied: Diese Male ohne schlechtes Gewissen, nicht “alles Erdenkliche getan zu haben”, um mein Überleben zu sichern… Fühlt sich sehr gut an
Schon, oder?
Ich hab früher auch immer alles angenommen und fand mich dann in einer misslichen Lage wieder, weil sich das 1. weiterspricht (“der macht dir alles, was du willst”), 2. man eine kostenlose Zusatzleistung anbietet und 3. nicht wirklich Souverän rüberkommt.
Auch wenn man’s ihm nicht direkt ansehen kann *g*
In der Tat fühlt man sich einfach besser und glücklicher… und der Kunde auch
Da ist noch ein weiterer Aspekt: Wenn man Aufträge “unter Wert” annimmt, blockiert man sich für lukrativere Aufträge.
Man sollte sich immer im klaren sein, warum in einer Rezession weniger Kunden kommen: Weil sie plötzlich mit meiner Leistung nicht mehr zufrieden sind oder weil sie sparen müssen. Meist dürfte zweiteres der Fall sein. Dann würde hektisches “überarbeiten” des Geschäftsmodells nur Schaden anrichten.
Vollkommen richtig. Auch die Rezession bringt wirklich Chancen. Man muss einfach sein Hirn ein wenig anstrengen und nachdenken, wie du schon sagtest